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Time Warner macht AOL wieder zur selbstständigen Firma

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Der US-Medienriese Time Warner macht Ernst mit der Trennung von seiner Problemtochter AOL. Die Internetsparte werde am 9. Dezember aus dem Konzern herausgelöst und am darauffolgenden Tag als eigenständiges Unternehmen an der Börse gehandelt, teilte Time Warner mit. Der Konzern verschenkt AOL dabei an seine Anteilseigner: Für elf bestehende Time-Warner-Aktien erhalten diese ein neues AOL-Papier. Obendrauf kommt die Quartalsdividende von 0,1875 Dollar pro Anteilsschein.

Time Warner hatte bereits angekündigt, AOL bis zum Jahresende loswerden zu wollen. Damit zieht der Medienkonzern einen Schlussstrich unter ein Jahre währendes Desaster. Die einst 100 Milliarden Dollar schwere Fusion von AOL und Time Warner war im Jahr 2001 als Jahrhundert-Hochzeit gefeiert worden. Nach dem Platzen der Internet-Blase blieben gigantische Verluste, die Ehe galt als gescheitert.

Time Warner hatte nicht zuletzt wegen AOL auch im dritten Quartal einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Überschuss war um fast 40 Prozent auf 661 Millionen Dollar gefallen. Die Internetsparte leidet unter sinkenden Nutzerzahlen und niedrigen Werbeeinnahmen.

Nach der Loslösung, das hatte der bisherige Mutterkonzern bereits angekündigt, muss AOL sein Geschäft erst einmal auf Vordermann bringen und dafür teuer umbauen. Time Warner selbst steckt bereits seit Längerem in einem Umbau. In Europa hat sich der Konzern längst vom AOL-Geschäft mit Internetzugängen getrennt. Auch die Kabelnetz-Sparte ist weg. Zum Kerngeschäft von Time Warner gehören TV-Sender (CNN), Magazine (Time, Fortune) oder Filmstudios (Warner Brothers).

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(jk)