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Time Warner nach Abschreibungen mit 16 Milliarden Dollar Verlust

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Der US-Medienkonzern Time Warner hat wegen enormer Milliardenabschreibungen im Schlussquartal 2008 einen Verlust von mehr als 16 Milliarden Dollar (12,4 Milliarden Euro) erlitten. Auf seine kriselnde Internet-Sparte sowie das Kabel- und Verlagsgeschäft musste der Konzern laut Mitteilung (PDF-Datei) insgesamt 24,2 Milliarden Dollar wegen gesunkener Firmenwerte abschreiben. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,0 Milliarden Dollar erzielt.

Der Umsatz fiel im vierten Quartal um knapp drei Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar. Der Konzern hatte bereits vor hohen Abschreibungen gewarnt. Das Minus fiel aber noch höher aus als bereits befürchtet. Die Aktie stand in einer ersten Reaktion im europäischen Handel unter Druck.

Im Gesamtjahr lag der Verlust bei 13,4 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar im Jahr 2007. Der Umsatz wuchs leicht um ein Prozent auf 47,0 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr erwartet Time Warner ohne Sondereffekte wie die nun erfolgten Abschreibungen ein stagnierendes Ergebnis. Der bereinigte Gewinn je Aktie würde damit bei 0,66 Dollar liegen.

Der seit gut einem Jahr amtierende Konzernchef Jeff Bewkes baut den Medienriesen massiv um. Für das kriselnde AOL-Geschäft sucht der Konzern seit Längerem nach einer neuen Strategie oder einem Käufer. Der Umsatz der Internetsparte ging im vierten Quartal gegenüber dem Schlussviertel 2007 von 1,25 Milliarden auf 968 Millionen US-Dollar zurück. Ende des Jahres nutzen 6,9 Millionen Kunden einen AOL-Internetzugang, das sind 2,4 Millionen weniger als ein Jahr zuvor. Das spiegele die Strategie wider, sich mehr auf das Werbegeschäft zu verlegen.

Der Umsatz der Kabelsparte wuchs von 4,09 Milliarden auf 4,4 Milliarden US-Dollar an, die Fernsehsender steigerten ihren Umsatz von 2,7 Milliarden auf 2,9 Milliarden US-Dollar. Die Filmsparte erwirtschaftete 3,1 Milliarden US-Dollar Umsatz, das sind 11 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im gesamten Geschäftsjahr 2008 waren Produktionen wie The Dark Knight, Sex and the City: The Movie und 10,000 B.C. nicht so erfolgreich wie die Vorjahresfilme Harry Potter and the Order of the Phoenix, 300, Ocean’s 13 und I Am Legend. Außerdem hätten die DVD-Verkäufe nachgelassen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Time Warner
in US-Dollar
Quartal Umsatz Netto-Gewinn/
-Verlust
4/00 10,23 Mrd. -1,09 Mrd.
1/01 9,1 Mrd. -1,4 Mrd.
2/01 9,2 Mrd. -0,734 Mrd.
3/01 9,3 Mrd. -0,996 Mrd.
4/01 10,6 Mrd. -4,9 Mrd.
1/02 9,76 Mrd. -54,2 Mrd.
2/02 10,2 Mrd. 0,394 Mrd.
3/02 10,0 Mrd. 0,057 Mrd.
4/02 10,25 Mrd. -44,6 Mrd.
1/03 10 Mrd. 0,396 Mrd.
2/03 10,8 Mrd. 1,1 Mrd.
3/03 10,3 Mrd. 0,541 Mrd.
4/03 10,9 Mrd. 0,638 Mrd.
1/04 10,1 Mrd. 0,961 Mrd.
2/04 10,9 Mrd. 0,777 Mrd.
3/04 10 Mrd. 0,499 Mrd.
4/04 11,1 Mrd. 1,127 Mrd.
1/05 10,48 Mrd. 0,963 Mrd.
(0,915 Mrd.*)
2/05 10,7 Mrd. -0,409 Mrd.**
3/05 10,5 Mrd. 0,897 Mrd.
4/05 11,9 Mrd. 1,366 Mrd.
1/06 10,455 Mrd. 1,455 Mrd.
2/06 10,708 Mrd. 1,007 Mrd.
3/06 10,912 Mrd. 2,322 Mrd.
4/06 12,5 Mrd. 1,75 Mrd.
1/07 11,184 Mrd. 1,203 Mrd.
2/07 10,980 Mrd. 1,067 Mrd.
3/07 11,676 Mrd. 1,09 Mrd.
4/07 12,642 Mrd. 1,031 Mrd.
1/08 11,417 Mrd. 0,771 Mrd.
2/08 11,555 Mrd. 0,792 Mrd.
3/08 11,706 Mrd. 1,067 Mrd.
4/08 12,306 Mrd. -16,032 Mrd.

* Von Time Warner neu herausgegebene Bilanzsummen aufgrund der seit 1. Janur 2006 gültigen Bilanzierungsregeln für Mitarbeiter-Aktienprogramme nach FAS123R
** Time Warner legte im 2. Quartal 2005 3 Mrd. US-Dollar für Rechtsstreitigkeiten zurück.
(anw)