ToTok: Chat-App wieder aus Play Store entfernt – diesmal mit Warnung

Die Chat-App ToTok ist zum zweiten Mal aus Googles Play Store geflogen. Sie ist mutmaßlich ein Spionagewerkzeug für Abu Dhabi.

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(Bild: ra2studio/Shutterstock.com)

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Das Hin und Her um die Chat-App ToTok geht weiter, denn nachdem das mutmaßliche Spionagewerkzeug zum zweiten Mal aus dem Play Store geflogen ist, warnt Google nun offenbar auch die Nutzer der Anwendung vor Spionage.

Gulf News verbreitet einen Screenshot dieses Hinweises, in dem es heißt: "Diese App versucht, deine persönlichen Daten wie SMS, Fotos, Audioaufnahmen und den Anrufverlauf auszuspionieren." Begleitet wird die Warnung demnach von der direkten Möglichkeit, die App zu deinstallieren. Der App-Anbieter widerspricht und versichert einmal mehr, dass ToTok "absolut sicher" sei.

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Die New York Times hatte Ende 2019 berichtet, dass die nur wenige Monate alte und äußerst erfolgreiche App ToTok ein Werkzeug zur Massenüberwachung sei. Dahinter stecke eine Firma in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Verbindungen zu einem Unternehmen, das unter anderem ehemalige US-Geheimdienstarbeiter beschäftige und für die Regierung des Golfstaats arbeite. Die Chat-App funktioniere für die Nutzer wie eine der unzähligen Apps, die die Ortsdaten und Kontakte der Benutzer aufzeichnen. Nur werden diese Daten demnach hier nicht nur – wie es allgemeine Praxis ist – von einem Software-Unternehmen gesammelt, sondern gehen mutmaßlich direkt an den Geheimdienst des Golfstaats.

Angesichts des Vorwurfs, die Regierung der Emirate habe es geschafft, Millionen Nutzer dazu zu bewegen, ihre Daten freiwillig herzugeben, sperrten sowohl Google als auch Apple die App in ihren jeweiligen Stores. Anfang Januar war ToTok dann aber überraschend wieder von Google abgesegnet für Android verfügbar. Die nun wieder verfügte – und mutmaßlich endgültige – Sperrung wird von den angeblichen App-Entwicklern heftig kritisiert. Es handle sich um einen weiteren Angriff auf "unser Unternehmen", ausgeführt von jenen, "die eine dominante Marktposition einnehmen": "Wir sehen keinen legitimen Grund für die Verbannung", ergänzen sie noch. Nutzer verweisen sie auf andere App-Stores und den direkten, "sicheren" apk-Download auf der eigenen Seite. (mho)