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Tor-Projekt tauscht Aufsichtsgremium aus

Relativ überraschend hat das Anonymisierungs-Projekt seinen Verwaltungsrat komplett ausgetauscht. Unter den neuen Direktoren ist auch Kryptografie-Ikone Bruce Schneier.

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Der Anonymisierungsdienst Tor hat sein Aufsichtsgremium komplett ausgetauscht. Der alte, siebenköpfige Verwaltungsrat habe einstimmig sechs neue Mitglieder bestimmt und sei zugleich geschlossen zurückgetreten. Zur neuen, ehrenamtlich tätigen Führungsspitze zählen unter anderem Cindy Cohn, die Leiterin der Electronic Frontier Foundation, sowie die prominenten Kryptologen Bruce Schneier und Matt Blaze.

Zu den Gründen für den überraschenden Komplett-Austausch äußerte sich der Verwaltungsrat in einem Blogeintrag vom späten Mittwoch relativ verschwommen. Um die im vergangenen Jahr ernannte Projektchefin Sheri Steel zu unterstützen, sei es an der Zeit, bei der Aufsicht „den Staffel-Stab“ weiterzugeben. Die Projekt-Mitgründer Roger Dingledine und Nick Matthewson bleiben dem Projekt auch nach dem Rückzug aus dem Verwaltungsrat erhalten. Sie sollen künftig die technische Entwicklung des Dienstes leiten.

Unruhe kam bereits vergangenen Monat ins Tor-Projekt als der langjährige Mitarbeiter und Internet-Aktivist Jacob Appelbaum seine Arbeit dort beendete. Grund dafür waren Vorwürfe sexueller Nötigung, die von mehreren Personen gegen ihn erhoben wurden. Diese Vorwürfe seien nicht komplett neu gewesen und stünden in einer Reihe von Gerüchten, die es schon länger gegeben habe. Nach ausgiebigen Gesprächen habe Appelbaum seine Aufgaben bei Tor niedergelegt. Die Vorwürfe hat er allerdings entschieden zurückgewiesen.

Zu den Herausforderungen, die die neuen Direktoren meistern müssen, gehört unter anderem die Finanzierung des Projekts. Bislang stammt ein Großteil der Mittel von US-Behörden, allen voran vom Außen- und das Verteidigungsministerium. Um sich andere Quellen zu erschließen ging bereits im vergangenen November ging eine Crowdfunding-Website online, über die Spendenwillige angesprochen werden sollen. (axk)

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