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Torvalds: Digital Rights Management ist auch mit Linux möglich

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Mit dem Versuch einer Klarstellung dürfte Linux-Erfinder Linus Torvalds die Diskussion um die Nutzungskontrolle bei digitalen Medien, Digital Rights Management und Open-Source-Software eher anheizen als für eine Glättung der Wogen zu sorgen. In einem Posting auf der Kernel Mailing List, das auch LinuxToday veröffentlichte, schreibt er: "Ich will klarstellen, das DRM mit Linux vollständig o.k. ist." Er werde sich nun hinkauern, um wirklich beeindruckende Flames zu überstehen, seine Asbest-Unterwäsche habe er bereits angelegt, frotzelt Torvalds über die zu erwartende und auch prompt eingetretene äußerst heftige Diskussion nach seinen Äußerungen.

Torvalds betont allerdings, dass die GNU General Public License, unter der der Linux-Kernel verbreitet wird, nur festlege, dass man die Sourcen immer weitergeben muss. Die GPL limitiere dagegen nicht, was man mit dem Kernel anstellen dürfe. Allerdings müsse eines bei der DRM-Diskussion klar sein: Der GPL widerspreche es auf jeden Fall, wenn man in den Kernel geheime Schlüssel einbringe, die dann nicht veröffentlicht würden. Auf der anderen Seite sei eine Signierung des Kernels und der Einsatz dieser Signatur für DRM-Zwecke vollständig in Ordnung.

Er vergleicht die Forderungen, den Einsatz von DRM unter Linux durch Änderungen an den Lizenzbestimmungen zu verbieten, mit der Diskussion um Patente: Weil man etwas nicht möge, wolle man die Lizenzen ändern. Aber er selbst nehme in beiden Fällen die Position ein, dass man mit Linux keine Politik machen solle, auch wenn man Patente oder DRM wie er selbst nicht möge. Deshalb werde ihm etwa vom Free-Software-Evangelisten Richard Stallman vorgeworfen, er sei ja "nur ein Techniker" und habe keine Ideale. Für ihn sei dies aber gerade eine Tugend: Zu versuchen, die Welt ein bisschen zu verbessern, ohne die eigene Moral anderen Leuten aufzuzwingen. (jk)

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