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Torvalds bezieht Stellung zur GPLv3

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Linux-Schöpfer Linus Torvalds hat in einem Interview mit Forbes seine Position zur neuen Version 3 der General Public License (GPLv3) klargestellt. Im Januar hatte Torvalds deutlich gemacht, dass der unter der GPL 2 lizenzierte Linux-Kernel nicht automatisch unter die GPLv3 fallen wird. Der Anfang des Jahres veröffentlichte erste Entwurf der GPLv3 will aktuellen strittigen Fragen wie DRM, Softwarepatente, dem zunehmenden Einsatz von GPL-Software in Unternehmen und der weltweiten Verwendung der Lizenz Rechnung tragen. Der Linux-Kernel gehört zu den wichtigsten der unter der GPL lizenzierten Open-Source-Projekte.

Für Torvalds ist der Kern der General Public License das Copyleft, also das Prinzip der Gegenseitigkeit: "Ich gebe meinen Code frei, mach du das auch". Die GPLv3 gehe darüber hinaus, indem sie versuche, das Ziel der "Freiheit von Software" stärker zu fördern – beispielsweise durch Einschränkungen hinsichtlich der Verwendung von GPL-Software in DRM-Systemen. Auch wenn viele Firmen DRM für böse Dinge nutzen würden, sei es nicht Sache der Lizenz, hier ein "gutes" Verhalten im Sinne der Free Software Foundation (FSF) zu erzwingen: "Ich möchte meine Software nicht 'aktivistisch' machen, sondern in technischer Hinsicht so gut wie möglich", erklärte Torvalds in dem Interview.

Torvalds befürchtet, dass es angesichts einiger grundsätzlich unterschiedlicher Standpunkte zwischen ihm und der FSF nicht zu einer Einigung kommen könnte, ohne sie jedoch ausschließen zu wollen: Er sei sicher, dass es im Laufe des Diskussionsprozesses noch zu Änderungen an der Lizenz komme. (odi)

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