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Toshiba: Keine Unterhaltungselektronik mehr in Europa

Toshiba übergibt seine europäische Unterhaltungselektronik-Sparte an die Firma Compal Electronics. Damit steigt der Elektronikkonzern auch in Deutschland endgültig aus dem Geschäft mit Flachbildfernsehern und Playern aus.

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Nachdem im Januar Toshiba seinen Rückzug aus dem US-Markt verkündet hatte, gab der japanische Elektronikkonzern auch seinen Abschied vom europäischen Markt der Unterhaltungselektronik bekannt. Wie in den USA übernimmt die taiwanische Compal Electronics Inc. die Markenrechte in Europa: Ab dem 1. Juli steuert die in Taipeh beheimatete Compal Electronics den Vertrieb von Toshiba-TVs und Blu-ray-Playern in Eigenregie. In Deutschland fallen dadurch über 40 Arbeitsplätze weg, europaweit sind es rund 230.

Der hart umkämpfte Markt der Unterhaltungselektronik mit dem enormen Preisverfall bei Flachbildfernsehern ist für viele Unternehmen unhaltbar geworden. Große Hersteller wie Philips (Lizenz an TP Vision), Sharp (Lizenz an UMC) oder die Panasonic-Tochter Sanyo (US-Lizenz an Funai) sind in den vergangenen Jahren aus dem Geschäft mit Fernsehern ausgestiegen. Deutsche Marken wie Grundig (Lizenz an Koc-Gruppe) oder Telefunken (Lizenz an Profilo-Teira) werden zwar noch unter ihrem Namen vertrieben, sind aber in keiner Weise mehr mit dem ehemaligen Mutterhaus verbunden. Traditionsunternehmen wie Loewe (Investor: Stargate Capital, Kooperation mit Hisense) und Metz (beantragte Ende 2014 Insolvenz) kämpfen und hadern mit dem deutschen Markt.

Nach dem Ausstieg in den USA und Europa arbeitet Toshiba laut eigenem Bekunden auch an einer Lizenzvergabe in den ASEAN-Staaten, zu denen unter anderem Indonesien, Thailand, Vietnam und Singapur zählen.

Die PC-Sparte Toshiba Computer Systems, also der Geschäftsbereich für Notebooks, Tablets und Lautsprecher, ist von der Umstrukturierung nicht betroffen. Sie bleibt weiterhin in unter Regie von Toshiba Europe. (uk)