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Toshiba verabschiedet sich bei Notebooks aus dem Privatkundengeschäft

Kürzlich hatte Toshiba die Restrukturierung seines PC-Geschäftsbereichs angekündingt, nun sind Details bekannt geworden: Hierzulande wird es künftig nur noch Business-Notebooks geben.

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Toshiba verabschiedet sich bei Notebooks aus dem Privatkundengeschäft

(Bild: Toshiba)

Toshiba hatte von einem Bilanzskandal geschüttelt vor wenigen Tagen Massenentlassungen und eine groß angelegte Restrukturierung angekündigt. Zu dem dabei bekannt gegebenen Umbau des PC-Bereichs sind in einer an Investoren gerichteten Mitteilung weitere Details zu finden: Abseits von Japan und den USA will Toshiba keine Notebooks für Privatkunden mehr vertreiben, sondern sich auf Business-Geräte konzentrieren.

Konkrete Baureihen nennt das Dokument nicht, doch es ist davon auszugehen, dass es hierzulande künftig wohl nur noch die Geräteserien Tecra, Portégé und eventuell Satellite Pro geben wird. Für die normalen Satellite-Notebooks inklusive Unterserien wie Click oder Radius, die Qosmio-Modelle, die Chrome- und Cloudbooks und die Kira-Geräte dürfte die Entscheidung hingegen das Aus bedeuten. Da Toshiba erst zur IFA im September neue Notebooks wie etwa das Satellite Radius 12 angekündigt hat, die dieser Tage in den Handel kommen, dürfte der Abschied allerdings eher gemächlich ausfallen: Wahrscheinlich wird es mit der nächsten Prozessorgeneration schlicht keine Nachfolge-Geräte mehr geben.

Toshiba folgt mit der Entscheidung dem Pfad, den Fujitsu vor einigen Jahren nach dem Ende des Joint-Ventures Fujitsu-Siemens Computers eingeschlagen hat: Auch dort wurde das unter dem Markennamen Amilo betriebene Endkundengeschäft eingestellt und sich auf das Business-Geschäft konzentriert. Der Grund dürfte bei Fujitsu wie Toshiba derselbe sein: Das Geschäft mit Business-Kunden ist weniger preisgetrieben beziehungsweise wird ein Großteil des Umsatzes mit den zugehörigen langjährigen Service- und Support-Verträgen erzielt.

Apropos Fujitsu: Toshiba will die bisherige PC-Sparte aus dem Konzern ausgliedern und ist Allianzen mit anderen Herstellern nicht abgeneigt. Das deckt sich mit einem Nikkei-Bericht, wonach Toshiba, Fujitsu und die ehemalige Sony-Abteilung Vaio ein Gemeinschaftsunternehmen bilden wollen.

Der Rückzug von Toshiba aus dem PC-Geschäft ist der neuste in einer längeren Liste von Großunternehmen, die zumindest in Europa keine Erfolgschancen mehr für ihre PCs und Notebooks sehen. Im Herbst 2014 hatte Samsung seine Notebook-Geschäfte in Europa eingestellt, nachdem sich Anfang 2014 bereits Sony komplett aus dem PC-Markt zurückgezogen hatte – die Marke Vaio wurde verkauft und kam seitdem nur noch im Heimatmarkt Japan zum Einsatz.

Noch vor dem Amilo-Ende bei Fujitsu anno 2010 hatten sich größere (LG) wie kleinere Unternehmen (Benq) vom hiesigen PC-Markt verabschiedet. Andere Firmen wie Yakumo haben den Preiskampf nicht überlebt; Maxdata ist nach mehreren Insolvenzverfahren mittlerweile ein Markenname der österreichischen S&T AG für Business-Geräte. Zu S&T gehört auch Quanmax, die Gericom übernommen hatten.

[Update 11:45: Textpassage über Maxdata erweitert] (mue)