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Total digital: Fuldaer Schule ist Vorbild in Sachen Digitalisierung

Das eigene Handy im Unterricht

Inhaltsverzeichnis

Mit komplizierten Fragen zur Bildungs-Infrastruktur müssen sich die Schüler der Marienschule nicht befassen. Sie bringen ihre Handys mit in die Schule und fertig. Telefonieren dürfen sie aber nur in einer mit einem Schild ausgewiesenen Handyzone. Damit nicht heimlich im Unterricht gesurft oder gechattet wird, müssen die Mobiltelefone in Handy-Garagen geparkt werden – das sind Kästen mit Ablagefächern. Nur auf Aufforderung dürfen sich die Schüler ihre Geräte schnappen und festgelegte Apps für den Unterricht öffnen. Oder sie präsentieren wie die 15-jährige Jolin etwas auf dem Handy oder einem Blatt Papier, indem sie es unter die Dokumenten-Kamera legen. So ist es für die Klasse auf einem Bildschirm sichtbar.

Die Einsatzmöglichkeiten von Smartphones sind im Unterricht vielfältig. "Es sind nicht nur Kommunikationsgeräte, sondern Mini-Computer. Damit können die Schüler mehr machen, als sich auf Instagram oder Facebook in sozialen Netzwerken zu bewegen", erklärt der Marienschule-Medienbeauftragte Bach. "Viele nutzen ja nur einen Bruchteil der Möglichkeiten aus."

Bachs Schüler nutzen im Unterricht zum Beispiel eine Physik-App (phyphox). Die darin enthaltene akustische Stoppuhr verwenden sie etwa zur Messung der Schallgeschwindigkeit. Und wenn Bach mal bei einer Kurvendiskussion im Mathematik-Unterricht ein paar Parameter ändert, ist das mit wenigen Handgriffen getan und sehr anschaulich.

Im Unterricht würden etwa zwei Dutzend Handy-Apps genutzt, sagt Bach. Dass die Schüler ihre eigenen Geräte einbringen und dem Medienkonzept ("bring your own device") folgen, habe vor allem Vorteile. Die Schüler kennen sich damit aus, sie sorgen selbst dafür, dass die Geräte aufgeladen und auf dem neuesten Stand sind. Koffer voller Tablet-PCs zu kaufen und zum Einsatz zu bringen, sei aufwendig und vor allem "Geldverschwendung", wie Schulleiter Post sagt.

Nell Bankowska, die mit ihren Mitschülerinnen Lisa-Marie Reith und Luca Ruhl, mit dem Handy Physik-Aufgaben in der Klasse 10b löst, ist begeistert vom Digital-Konzept der Schule. "Ich finde es gut. Diese Methoden bereiten gut aufs Studium und die moderne Arbeitswelt vor", sagt sie. "Man ist fit für Multimedia-Präsentationen und lernt auch wie man sich sicher und verantwortungsbewusst im Internet bewegt." Nachteile sehe sie keine. Für Schulleiter Post dient das seit Jahren bestehende Digital-Konzept vor allem einem Ziel: "Wir wollen die Medienkompetenz der Schülerinnen in jeglicher Hinsicht stärken." (olb)