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Technology Review

Tote Schweinegehirne mit einem Hauch von Leben

US-Forschern gelang es, den Verfall eines bereits toten Gehirns einige Stunden aufzuhalten und ihm für kurze Zeit einen Anschein von Leben einzuhauchen.

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(Bild: Media News / Brain Wallpaper / Flickr cc-by-2.0 )

Es klingt zwar unheimlich, doch für die Erforschung des Hirntodes ist Wissenschaftlern der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) ein wichtiger Schritt gelungen. In einer im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie beschreiben die Forscher um den Mediziner Nedan Sestan von der Yale University, wie sie den Verfallsprozess eines bereits toten Gehirns aufgehalten und zum Teil sogar wieder rückgängig gemacht haben. Das berichtet Technology Review online.

Dazu haben sie Gehirne mehrerer geschlachteter Schweine isoliert und vier Stunden nach dem Tod der Tiere in ihren Laboren an ein System angeschlossen, das sie BrainEx nennen – Ex für ex vivo, nach dem Leben. Dieses System durchpumpte die chirurgisch präparierten Gehirne sechs Stunden lang mit einem speziell entwickelten Blutersatz, der Sauerstoff und den Nährstoff Glukose transportiert. So gelang es ihnen, zelluläre Aktivität in den Gehirnen wiederherzustellen, das Absterben von Zellen zu verlangsamen, die Zellarchitektur zu erhalten und den Stoffwechsel des Gehirns zu reaktivieren. "Analysen des Blutersatzes zeigen, dass die isolierten Gehirne Sauerstoff und Energie in Form von Glucose verbrauchten und Kohlendioxid abgaben", berichtet Sestan anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

Um eine Wiederbelebung toter Gehirne handele es sich jedoch nicht. In einzelnen isolierten Gewebeschnitten konnten Neuronen zwar durch elektrische Impulse zum Feuern angeregt werden. "Aber wir haben zu keinem Zeitpunkt generelle Gehirnaktivität, sondern nur zellulär aktive Gehirne." Allerdings genehmigte die Ethikkommission die Versuche nur mit der Auflage, dass Substanzen im Blutersatz die elektrischen Hirnströme unterbinden. "Eine generelle Hirnaktivität herzustellen war nie unser Ziel und das kann die Technik auch nicht leisten", erklärte Sestan. "Wir wissen auch nicht, wie wir sie wiederherstellen könnten."

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(jle)