Touchscreen gibt Feedback

Fujitsu arbeitet an einer relativ einfachen Methode, Tablets mit haptischen Rückmeldungen für den Nutzer auszustatten.

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Von
  • Ben Schwan

Touchscreens haben einen großen Nachteil: Sie geben ihrem Benutzer kein haptisches Feedback – er hat stets das Gefühl, auf einer glatten Glasoberfläche zu hantieren, was ja auch der Wahrheit entspricht. Forscher beim japanischen Elektronikkonzern Fujitsu wollen das ändern, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Sie haben einen berührungsempfindlichen Bildschirms entwickelt, bei dem Ultraschallmotoren für Vibrationen sorgt, wenn man bestimmte Bereiche des Displays berührt.

Das bedeutet für eine Musikanwendung beispielsweise, dass man fühlen kann, wenn man über die Saiten einer virtuellen Zitter streicht oder mit zwei Fingern an einem Einstellrad dreht. Die Fujitsu-Technik wurde bereits in ein erstes Tablet eingebaut. Die notwendigen Ultraschallmotoren sitzen unter dem Displayglas und können softwaregesteuert aus der glatten Glasoberfläche eine gefühlt raue Textur machen. Das erfolgt innerhalb von Millisekunden, so dass man keine Verzögerung spürt.

Es ist nicht die erste und einzige Methode, haptische Feedback-Effekte für Touchscreens zu erzeugen. So gibt es Ideen, Bereiche des Bildschirms mit einer Flüssigkeit zu füllen, die dann beispielsweise Tasten spürbar macht – das kalifornische Unternehmen Tactus Technology hat ein solches Verfahren aus der Mikrofluidik bereits erfolgreich demonstriert. Andere Ansätze nutzen elektrostatische Kräfte, um Texturen erfühlbar zu machen.

Im Vergleich zu diesen Vorhaben ist der Fujitsu-Ansatz relativ einfach umzusetzen, da er nur die Illusion einer Textur beim Benutzer erzeugt, was dennoch erstaunlich realistisch wirkt. Die Technik soll in den nächsten Monaten weiter verbessert werden und könnte 2015 erstmals in den Handel gelangen. Das Demonstrationstablet, das Fujitsu im Frühjahr erstmals auf Messen zeigte, läuft mit Android.

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(bsc)