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Toxikologe warnt vor Gesundheitsgefahr durch Tonerstaub

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Der Gießener Toxikologe Volker Mersch-Sundermann hat vor möglichen Gesundheitsgefahren durch Tonerstaub gewarnt. Der Frankfurter Rundschau sagte er, eine Pilotstudie im Auftrag eines Arbeitskreises des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) habe ergeben, dass sich die Staubbelastung im Raum beim Betrieb von Laserdruckern verdoppeln könne. Beim Start des Druckers könnten zudem schlagartig so genannte Ultrafeinstäube in den Raum geblasen werden. Ultrafeinstäube könnten über die Lunge bis in die Blutbahn vordringen. Dabei handele es sich unter anderem um komplexe Gemische mit allergieträchtigen Schwermetallen wie Kupfer und Nickel sowie hochgiftigen Zinn-Verbindungen und Ozon.

"Die Zusammensetzung bereitet uns mehr Sorge als die hohe Konzentration", sagte Mersch-Sundermann der Zeitung. Bei den gesundheitlichen Folgen gehe es weniger um die Akutreaktionen, sondern eher um mögliche chronische Folgen. Versuche mit Lungenzellenkulturen hätten gezeigt, dass im direkten Kontakt mit Tonerstaub die Erbsubstanz geschädigt und somit das Tumorrisiko erhöht werden könne. Laut Mersch-Sundermann handelt es sich um die erste Studie unter "realen Bürobedingungen". Tonerstaub steht seit Jahren im Verdacht, unter anderem chronisches Asthma auszulösen; da der Test zu direktem Kontakt nicht zur Studie gehörte, werde er aber in der Risikobewertung des BfR nicht berücksichtigt. Weitere Studien seien nötig, so der Staubexperte, um das Gesundheitsrisiko mit aller Gewissheit zu klären. Im Februar sei mit weiteren Ergebnissen zu rechnen.

Detaillierte Informationen über den Stand der Forschung zu Gift in Druckern, über die Studie des Bundesamts für Risikobewertung und Reaktionen der Bundesregierung bringt c't in der Ausgabe 4/06 (ab Montag, den 5. Februar, im Handel). (dpa) / (dpa) / (jk)

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