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Traditionsreiche Webcam wird abgeschaltet

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Die erste Live-Webcam der Welt wird voraussichtlich Ende des Jahres vom Netz genommen. Die Kamera zeigt in einem winzigen Schwarz-Weiß-Bild den Füllstand der Kaffeemaschine im Trojan Room des Computer-Labors der Universität Cambridge. Nach einem Bericht der britischen Tageszeitung The Guardian wird die Maschine das Opfer einer Modernisierung: Das Computer Science Department zieht Ende des Jahres in einen Neubau.

Der Legende nach haben Quentin Stafford Fraser und seine Kollegen die Anwendung 1991 entwickelt, weil sie sich vergebliche Wege in den Kaffeeraum ersparen wollten. In diesem Raum liefen einige vernetzte Rechner; einer davon war mit einer Videograbber-Karte ausgestattet. Paul Jardetzky schrieb ein Server-Programm, das das Bild der Kaffeemaschine alle drei Minuten erneuerte; Fraser schrieb den zugehörigen Client XCoffee. Nach Auskunft der Entwickler war das System in etwa einem Tag funktionsfähig. Im Novembver 1993 wurden die Bilder erstmals auch ins – seinerzeit noch recht übersichtliche – Internet eingespeist; seitdem haben etwa 2,4 Millionen Menschen die Internet-Kultstätte besucht. Mit seinem Webcamprojekt hat das ZDF gerade erst ein Fernsehspiel vorgeführt, das aus den Bildern von Webcams rund um die Welt montiert wurde. Unter zdf.de/events/webcamprojekt haben die Filmemacher eine sehenswerte Zusammenstellung von Internet-Kameras rund um den Globus zusammengestellt. (wst)