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TraffickCam: Hotelzimmer-Fotos gegen Zuhälter

Die App TraffickCam sammelt mittels Crowdsourcing Fotos von Hotelzimmern. Die Bilder sollen den Behörden helfen, SexarbeiterInnen und versklavte Minderjährige aufzuspüren.

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Verfremdetes Archivfoto. Dem nämlichen Hotel wird nichts Anrüchiges anheimgestellt.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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Mit der App TraffickCam möchte eine US-Initiative die Suche nach Tatorten erleichtern. Im Zentrum stehen Verstöße gegen Sexualrecht, von Sexarbeit über Zuhälterei bis zum Missbrauch Minderjähriger. Reisende sollen die Fotos hochladen, damit Behörden sie mittels Bilderkennung mit anderen Bildern vergleichen können.

Interface-Screenshot

(Bild: Exchange Initiative)

Sexuelle Dienstleistungen werden oft mit Fotos beworben, die in Hotelzimmern aufgenommen wurden. Weil Sexarbeit praktisch in den gesamten USA illegal ist, möchte die Polizei gerne wissen, in welchem Hotel welches Bild gemacht wurde. Genau da soll das Crowdsourcing helfen. Das Teppichmuster, das Bild an der Wand oder der Sprung in einer Badezimmerfliese könnte den Fahndern den entscheidenden Hinweis geben.

Die Teilnehmer werden gebeten, jedes Mal vier Fotos zu machen: Eines vom Badezimmer, eines vom Bett und zwei Totalen des Raums. Personen sollen dabei nicht fotografiert werden. Die für Android und iOS verfügbare TraffickCam verlangt Zugriff auf die Standortdaten des Geräts. Das soll es erschweren, falsche Standortangaben zu machen. Die Fotos können auch über eine Website hochgeladen werden, die aber ebenfalls Zugriff auf den Gerätestandort verlangt.

Die App ist eine Initiative eines Konferenzveranstalters aus St. Louis, Missouri. Programmiert wurde die TraffickCam an der Washington Universität in St. Louis. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden. (ds)