Transparenz-Report: Youtube löscht mehr Videos

Im Juni hatte Youtube die Regeln gegen Hassreden verschärft. Seither werden mehr Videos gelöscht. Der Anteil ist aber noch immer gering.

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(Bild: MariaX/Shutterstock.com)

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Youtube hat Zahlen zu gelöschten Videos und Kanälen für das zweite Quartal 2019 veröffentlicht. Innerhalb dieses Zeitraums hatte der Plattformbetreiber seine Richtlinie gegen Hassreden verschärft, seither sind laut Transparenz-Report mehr Videos gelöscht worden.

Von insgesamt neun Millionen gelöschten Videos fallen beispielsweise 4,3 Prozent in die Kategorie "Gewalt", 1,1 Prozent in "Gewaltverherrlichung" und 0,8 Prozent unter "gefährlich und schädlich". Wo hier genau die Inhalte auftauchen, die als Hassrede bezeichnet werden können, ist allerdings unklar. Fasst man die Kategorien, die mit "Gewalt" und als "andere" im Zusammenhang mit Hate Speech stehen könnten, zusammen, ergibt das 900.000 Videos, die zwischen April und Juni von der Plattform entfernt wurden. Deutlich größere Anteile an der Gesamtzahl haben allerdings die Kategorien "Spam" mit 66,8 Prozent, "Sexuelle Darstellungen" mit 14,8 Prozent und "Kindersicherheit" mit 8,4 Prozent.

Im Vergleich zum vorherigen Quartal sind insgesamt etwa 700.000 Videos mehr gelöscht worden. Zwischen Januar und März lag der Anteil der Kategorien, die zu "Gewalt" und "andere" zählen, bei 9,6 Prozent – das ergibt total etwa 100.000 Videos weniger. Das letzte Quartal 2018 sieht ähnlich aus. Vorherige Zahlen stehen nicht mehr vergleichbar zum Abruf bereit. Im letzten Quartal 2017 hatte Youtube mehr als acht Millionen problematische Videos gelöscht.

Youtube hat angekündigt, weiterhin regelmäßig Details zum Vorgehen zu veröffentlichen. Vorrangig gehe es zunächst darum, schädliche Inhalte zu entfernen. In den vergangenen 18 Monaten hätten Nutzer 80 Prozent weniger Videos gesehen, die später wegen Verletzung der Richtlinien gelöscht worden seien. Solche Inhalte werden demnach frühzeitiger erkannt.

Am 5. Juni dieses Jahres hatte Youtube die Richtlinien gegen Hate Speech erweitert. Seither ist es etwa verboten, den Holocaust zu leugnen. Im August hat es nach eigenen Angaben 30.000 Fälle von Videos mit Hassreden gegeben, die gelöscht wurden. Das sind drei Prozent dessen, was Strickvideos im selben Zeitraum an Views generiert haben, heißt es im Blog.

Die Youtube-Mutter Google setzt für das Löschen der Inhalte mehr als 10.000 Mitarbeiter ein, sie werden von einem KI-Erkennungssystem unterstützt, das Videos daraufhin analysiert, ob Gewalt- oder Sexdarstellungen auftauchen.





(emw)