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Transponder in Benetton-Wäsche

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Der Bekleidungshersteller Benetton will künftig Transponder in seine Sisley-Produkte einnähen, um den angeschlossenen Shops und Transporteuren die Verarbeitung zu erleichtern. Die kleinen drahtlosen Tags kommen von Philips. Wie der niederländische Konzern bekanntgab, passen 512 Bit auf ein Kleidungsstück mit dem "i.Code"-Chip.

Die Schaltkreise und die Antenne für die Induktion werden direkt in die Kleidungslabel eingedruckt. Auf dem Handelsweg kann man mit Hilfe des Rahmensystems "Lab ID" an jeder Kontrollstelle die Ware automatisch überprüfen und so nicht nur die Verarbeitung beschleunigen, sondern auch Diebstähle schneller erkennen. Im Laden scannt dann beispielsweise der Verkäufer die Lieferung mit einem WLAN-Handheld und nimmt damit ohne einen einzigen Tastaturanschlag die gespeicherten Daten über Farbe, Größe oder Schnitt ins System auf. Außerdem kennen die neuen Sisley-Hemden ihren Bestimmungsort, sodass Fehllieferungen besser verhindert werden können. Im Vergleich zur Barcode-Identifikation kann man mit Lab ID eine ganze Kiste auf einmal einlesen, ohne diese überhaupt zu öffnen.

Auch im Laden helfen Lesegeräte in den Regalen, die Ware zu sortieren. Nach der Anprobe falsch abgelegte Stücke meldet das System gleich, was in einem Testlauf die Produktivität leicht erhöhte, da Kunden seltener unsortierte Regale durchwühlen mussten. Nach Verkauf sollen die Transponder unbrauchbar gemacht werden, sagte ein Philips-Sprecher. Genauere Informationen über das Wie gibt es allerdings noch nicht. Es ist also durchaus denkbar, dass in näherer Zukunft fremde Menschen mit einem Schreibgerät Tags in der Wäsche hinterlassen: "I owns yer pants." Auf die erforderliche Distanz von einem guten Meter kommt man in den Innenstädten jedenfalls leicht. (cgl)