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Traum vom legalen Filesharing-Netz in Großbritannien geplatzt

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Virgin Media, der zweitgrößte Internet-Provider des Vereinigten Königreichs, muss seine Pläne für ein legales Filesharing-Netzwerk aufgeben, meldet The Register. Im Sommer waren die Pläne des Providers bekannt geworden, zusammen mit dem seit 2003 auf diesem Gebiet aktiven Musikdienstleister Playlouder ein P2P-Netzwerk "Virgin Music Unlimited" mit Flatrate aufzubauen; im Gespräch waren Pauschalkosten von monatlich 5 britischen Pfund für den Zugang.

Offenbar sind nun die Verhandlungen mit großen Musikunternehmen endgültig gescheitert. Konzerne wie Universal und Sony Music wollten ihr Einverständnis zum Filesharing letztlich nicht geben. Virgin Media hatte bei der Ermahnung von Filesharern eng mit der Musikindustrie zusammengearbeitet. Nun muss der Provider vermutlich die bereits in das Projekt investierten Gelder – Schätzungen gehen von zweistelligen Millionenbeträgen aus – abschreiben.

Kritik an der Musik-Flatrate schlug Virgin Media nicht nur von der Musikindustrie entgegen, sondern auch von Datenschützern, Rechts- und Internet-Experten. Um die Einnahmen aus der Flatrate gerecht verteilen zu können, wollte Virgin Media nämlich den Datenverkehr mit Deep Packet Inspection (DPI) überwachen. Mit dieser von Firmen wie Phorm angebotenen Technik würde Virgin Media nach Ansicht von Kritikern den Datenverkehr seiner Kunden komplett überwachen. Für den Provider wäre Deep Packet Inspection eine willkommene Möglichkeit, zielgenau Werbung auszuliefern und wertvolle Marktdaten zu sammeln. (heb)

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