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IFA

Traumhaft: Gaming-LCDs mit 1 Millisekunde Schaltzeit

Acer und LG zeigen Gaming-Monitore mit 1 Millisekunde Schaltzeit. In der Praxis können die LCDs ihre Pixelhelligkeit aber nicht derart flink wechseln.

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Auf der IFA stellen einige Unternehmen schnelle LCD-Monitore mit 1 Millisekunden Schaltzeit vor: Von Acer sind dies zwei Modelle aus der Nitro-Serie, LG zeigt den 38-zölligen 38GL950G und den 27GN750 mit 27 Zoll Diagonale. Sowohl im Nitro-Monitor als auch in den UltraGear-Modellen steckt IPS-Technik (In-Plane-Switching). Die ist nicht gerade für kurze Schaltzeiten bekannt – flinke Wechsel erwartet man eher von der TN-Technik (Twisted Nematic).

Flinke Gaming-LCDs von der IFA (5 Bilder)

LG stellt auf der IFA Gaming-Monitore vor, die IPS-Panels nutzen und Schaltzeiten von nur einer Millisekunden haben sollen.
(Bild: Ulrike Kuhlmann, c't / heise online)

Bei allen LCDs hängt die Schaltgeschwindigkeit nicht nur von der Paneltechnik, sondern auch von der Viskosität des Flüssigkristalls und dem Pixeldesign ab. Die Monitorhersteller können die Schaltvorgänge beim Bildwechsel mit einem Overdrive beschleunigen: Dieser gibt dem Flüssigkristall einen zusätzlichen Schubs, damit er sich schneller in die gewünschte Zielposition begibt. Den Overdrive setzen auch LG und Acer in ihren Gaming-Monitoren ein.

Doch selbst mit Overdrive sind LC-Displays bislang nach Einschätzung von Experten nicht in der Lage, ihre Pixel derartig schnell neu auszurichten. Wir haben das exemplarisch an einem Schwestermodell der beiden flinken IPS-Monitore von LG geprüft, das ebenfalls Schaltzeiten von 1 Millisekunden erreichen soll. Ergebnis: Es gelang ihm nur für ausgewählte Helligkeitsstufen und führte zu heftigen Überschwingern, die für hässliche Doppelkonturen an bewegten Kanten sorgten.

Beim Wechsel von dunklen zu hellen Bildinhalten übersteuerte der getestete 1-ms-Gaming-Monitor von LG heftig. In der Folge zeigten sich nervige Doppelkonturen an bewegten Kanten.

Wenn die Hersteller ihre Gaming-Monitore mit Schaltzeiten von unter zwei bis drei Millisekunden bewerben, darf man das demnach wohl als Marketinggeklapper abtun. Allerdings sind die Gaming-Monitore deshalb nicht lahm: Auch mit einem 3-ms-LCD ist von Seiten des LCD eine Bildwiederholfrequenz von über 300 Hertz möglich. (uk)