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Tritte gegen Flüchtlinge: Hacker kapern ungarische TV-Webseite

Als Reaktion auf die Tritte einer ungarischen Kamerafrau gegen fliehende Migranten haben tunesische Hacker die Website des TV-Senders lahmgelegt.

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Netzwerkkabel

(Bild: dpa, Oliver Berg)

Tunesische Hacker haben die Website des ungarischen Internet-Fernsehsenders N1TV lahmgelegt. Der Sender teilte am Freitag mit, dass die Seite aufgrund des Cyberangriffs einer Gruppe mit dem Namen "Fallaga" nicht erreichbar sei und forderte Nutzer auf, stattdessen die N1TV-Seiten bei Facebook oder Youtube zu besuchen. Der Begriff "Fallaga" wird in Tunesien für Kämpfer verwendet, die für die Unabhängigkeit des nordafrikanischen Landes von Frankreich eintraten. Die gleiche Gruppe hatte im Januar die Webseite des Notepad++-Projekts gehackt, als die Entwickler ihrer Release 6.7.4 den Namen "Je Suis Charlie" gaben.

In einer knappen Meldung informiert der ungarische Internet-TV-Sender seine Besucher über die Attacke der tunesischen Gruppe.

Eine Kamerafrau des Senders war dabei gefilmt worden, wie sie im Süden Ungarns Flüchtlinge getreten hatte. Die von anderen Journalisten gedrehten Videos zeigten, wie sie einem Flüchtling mit einem Kind im Arm ein Bein stellte, worauf dieser samt Kind zu Boden fiel. Weiter war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat. Der Vorfall am Dienstag sorgte weltweit für Empörung – nicht nur in den sozialen Netzen.

Der Sender N1TV, der zur Mediengruppe der rechtsextremen Jobbik-Partei gehört, entließ die Frau, nachdem der Vorfall bekannt geworden war. "Die Mitarbeit der Kamerafrau ist heute mit sofortiger Wirkung beendet worden. Damit ist der Fall für uns abgeschlossen." zitiert Spiegel Online N1TV-Chef Szabolcs Kisberk. (avr)