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Trotz Asyl: Großbritannien besteht auf Auslieferung von Assange

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Telepolis
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Großbritannien hat in einer ersten Reaktion die Entscheidung von Ecuador bedauert und zugleich klargestellt, dass man sich an die internationalen Verpflichtungen halten und Assange an Schweden ausliefern werde. Nach dieser erneuten Erklärung sehen britische Juristen keine Chance für Julian Assange, die ecuadorianische Botschaft zu verlassen, weil die Vorwürfe aus Schweden nicht zum Komplex politisch motivierter Handlungen gehören, wegen derer Ecuador politisches Asyl gewährt. Sie verweisen darauf, dass sich Ecuador in der Begründung zum Asylverfahren eine Hintertür offen gelassen hat, mit Großbritannien weitere Verhandlungen zu führen: Sollten Schweden wie Großbritannien garantieren, dass Assange nicht in die USA ausgeliefert werde, sei eine Überstellung nach Schweden verhandelbar.

Nach Angaben des Außenministers Ricardo Patiño wird Ecuador nun Überwachungskameras innerhalb des Botschaftsgebäudes installieren, die jeden Versuch von Übergriffen oder gar einer "Erstürmung" der Botschaft durch britische Sicherheitskräfte für die Weltöffentlichkeit festhalten sollen. Außerdem werde Ecuador den Südamerikanischen Staatenbund Unasur und die Organisation Amerikanischer Staaten anrufen, um eine gemeinsame Stellungnahme zur britischen Haltung zu vereinbaren. Die Unasur-Minister könnten bereits am Wochenende in Quito zusammenkommen. OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza habe eine baldige Minister-Konferenz zugesagt, erklärte Ecuadors Außenminister.

In London haben Hacker auf ihre Weise die Entwicklung in der Causa Assange kommentiert. Mit einem DDoS-Angriff wurde die Website der Metropolitan Police gestört, die für die Verhaftung von Assange zuständig wäre. Zahlreiche Taxen und Minicabs wurden für eine Fahrt von Assange zum Flughafen geordet und tauchten bei der ecuadorianischen Botschaft auf, wo es ein Gerangel zwischen Polizei und Demonstranten gab. Auch Pizzadienste scheiterten bei ihren Versuchen, ihr Flachgebäck abzuliefern.

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(jk)