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Trotz US-Steuerreform: Kündigungen bei AT&T

US-Präsident Trump lobte AT&T für eine Bonuszahlung, die angeblich durch die US-Steuerreform ausgelöst wurde. Nun wurden über 1.000 Kündigungen bei dem Telecom-Konzern bekannt.

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AT&T-Logo

(Bild: "AT&" Mike Mozart CC BY 2.0)

Eine Erhöhung der Dividenden um zwei Prozent hat der US-Konzern AT&T am 15. Dezember bekanntgegeben. In der selben Woche wurde Hunderten Mitarbeitern gekündigt. Kurz darauf kündigte AT&T eine Bonuszahlung von 1.000 US-Dollar an 200.000 Mitarbeiter an und begründete das mit der US-Steuerreform. US-Präsident Trump lobte AT&T dafür. Nun gibt es Berichte über weitere Kündigungen bei dem Konzern.

AT&T-Chef Randall L. Stephenson hat angekündigt, 2018 eine zusätzliche Milliarde Dollar in den USA zu investieren.

(Bild: AT&T)

Aus Sicht der Telecom-Gewerkschaft CWA war die einmalige Bonuszahlung keine unmittelbare Folge der Steuerreform, sondern das Ergebnis von Verhandlungen mit AT&T. Führende Politiker Trumps Republikanischer Partei hatten versprochen, die Steuerreform werde zu höheren Gehältern führen, weil die Unternehmen ihre Steuerersparnis mit ihren Mitarbeitern teilen würden. Die Rede war von 4.000 US-Dollar pro Familie und Jahr.

Daraufhin stellte die CWA das AT&T-Management auf die Probe und verlangte eben jene 4.000 Dollar. Schließlich kamen 1.000 Dollar Einmalzahlung heraus, was für die Arbeitnehmervertreter aber nur der Anfang sein soll. In der offiziellen Mitteilung AT&Ts ist von den Verhandlungen mit der Gewerkschaft keine Rede, wohl aber von der Steuerreform.

US-Kommentatoren sehen darin einen Kotau vor Trump, zumal AT&T gerne Time Warner übernehmen möchte. Die US-Regierung hat aber gegen den Zusammenschluss geklagt. Time Warner besitzt unter anderem den Nachrichtensender CNN, über den sich Trump wiederholt kritisch geäußert hat. AT&T hatte sich geweigert, CNN abzustoßen.

Nun berichten US-Medien über eine Kündigungswelle bei AT&T. Die Chicago Tribune weiß von "ungefähr 600 Mitarbeitern in verschiedenen Bereichen, vom Einzelhandel bis zu Satellitentechnikern". AT&T wies darauf hin, dass "technische Verbesserungen die Effizienz erhöhen", zudem schrumpften einige Geschäftsbereiche. Ein Teil der Gekündigten habe aber die Chance auf neue Anstellungen in anderen Konzernbereichen.

Laut New York Post erhielten in der Woche vom 15. Dezember über 700 Mitarbeiter der AT&T-Tochter DirecTV die Kündigung. Sie hatten Satellitenempfangsanlagen installiert. Dazu kämen 215 Kündigungen gut bezahlter AT&T-Mitarbeiter im Südosten der USA. Kommenden Februar würden außerdem 280 Jobs in Dallas, 278 in El Paso und 87 in Kansas City, Missouri, wegfallen.

Die Zeitung wies auch darauf hin, dass schon in den zwölf Monaten ab Februar 2016 die Zahl der AT&T-Mitarbeiter von 281.000 auf 268.000 gesunken sei. Damals hatten Topmanager sogar eine Personalreduktion von 30 Prozent bis 2020 ventiliert, wie die New York Times berichtete. Und eine in New Jersey eingebrachte Klage wirft AT&T vor, gezielt ältere Mitarbeiter durch jüngere zu ersetzen. (ds)

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