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Trotz rückläufiger Verkaufszahlen: Tim Cook prophezeit Apple eine strahlende Zukunft

Auf den ersten Umsatzrückgang seit 13 Jahren reagierte Apple-Chef Tim Cook betont optimistisch. Er schwärmte von "glänzender Zukunft", "verblüffenden Innovationen" und versprach laufend steigende Dividenden.

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(Bild: Zakeena CC BY 4.0)

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Apples Umsatz ist in den ersten drei Monaten des Kalenderjahres um 13 Prozent gefallen. Der Nettogewinn ist gar um 23 Prozent eingebrochen. Zwar war das Vergleichsquartal des Vorjahres ausnehmend ertragreich, aber der deutliche Rückgang verstörte die Investoren Dienstagabend dann doch. Demonstrativ nicht besorgt zeigte sich Apple-CEO Tim Cook: "Die Zukunft von Apple ist sehr glänzend", meinte er in einer Telefonkonferenz mit Finanzanalysten.

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"Unsere [Produktentwicklung bereitet] verblüffende Innovationen vor", fuhr Cook fort, "Wir treiben wichtige Investitionen in Forschung und Entwicklung, unsere Infrastruktur und unsere Lieferkette voran." Dann wies er darauf hin, dass Apple in den jüngsten vier Quartalen 15 Unternehmen aufgekauft habe. "Wir halten weiter Ausschau und bleiben sehr aktiv im Übernahmemarkt."

Im laufenden Quartal dürfte der Umsatz mindestens ebenso deutlich zurückgehen. Doch eines Tages werde Apple wieder wachsen, war sich Cook sicher. Er hofft beispielsweise auf den indischen Markt, wo 56% mehr iPhones verkauft wurden, als im gleichen Quartal des Vorjahres. Auch die Übernahmen anderer Unternehmen könnten Apple zu neuem Wachstum verhelfen.

Tim Cook

(Bild: Apple)

Derzeit gibt es Wachstum vor allem beim App Store und beim Verkauf der Apple Watch (einen Hinweis auf deren lebensrettenden Eigenschaften sich Cook nicht verkneifen konnte.) Doch weit mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes kommt aus dem Verkauf der iPhones, und dieser Umsatz ist um 18 Prozent gefallen. Hier könnte das neue iPhone SE helfen, dass Apple seit Monatsbeginn im Portfolio hat. Es ist kleiner und weniger teuer. Allerdings: "Wir haben derzeit Lieferschwierigkeiten", musste Cook eingestehen, "Aber wir werden irgendwann in der Lage sein, uns einen Ausweg zu erarbeiten."

Cook hofft auch auf frischen Schwung im Musikgeschäft. Der mit Musik erzielte Umsatz war seit Langem rückläufig. Der Abonnementdienst Apple Music gewinne an Beliebtheit, erklärte Cook. Per 26. April gäbe es 13 Millionen zahlende Abonnenten. "Wir fühlen uns wirklich toll [angesichts] des frühen Erfolges von Apples erstem Abonnement-Business, und unser Musikumsatz hat jetzt einen Wendepunkt erreicht, nach vielen Quartalen des Rückgangs."

Umsatzrückgänge sind Apple-Aktionäre nicht gewohnt. Das gab es zuletzt 2003. Im nachbörslichen Handel nach Bekanntgabe der Quartalszahlen setzte es dann auch einen Preisabschlag von acht Prozent, bei ungewöhnlich hohem Handelsvolumen. Beim wertvollsten Unternehmen der Welt entsprach das einer Wertreduktion von rund 46 Milliarden Dollar gegenüber dem regulären Schlusskurs.

Luca Maestri ist bei Apple für die Finanzen zuständig.

(Bild: Apple)

Cook und sein Finanzchef Luca Maestri traten dem mit der Aussicht auf höhere Ausschüttungen entgegen. Apple konnte von Jänner bis März mehr als 17 Milliarden US-Dollar zur Seite legen, womit am Quartalsende rund 233 Milliarden Dollar in der Kasse lagen. Dem standen im März 72 Milliarden Dollar Schulden gegenüber. Die Aktionäre würden gerne mehr von dem Geldberg abbekommen, und der Apple-Verwaltungsrat hat mit sich reden lassen. Das Volumen des laufenden Ausschüttungsprogramms wird von 200 Milliarden Dollar auf 250 Milliarden angehoben.

Der größte Teil entfällt auf den Rückkauf eigener Aktien. Hier kommen zu den bereits bewilligten 140 Milliarden weitere 35 Milliarden hinzu. Außerdem gibt das Unternehmen seinen Mitarbeitern anstatt neuer Aktien lieber Bargeld. Und schließlich wird auch die quartalsweise Dividende von 52 auf 57 Cent angehoben. "Wir planen weiterhin mit jährlichen Dividendenerhöhungen", hielt Maestri fest, "Mit zwölf Milliarden Dollar jährlicher [Dividende] sind wir stolz, einer der größten Dividendenzahler der Welt zu sein."

Finanziert werden die Ausschüttungen zum Teil durch neue Schulden. Das mag auf den ersten Blick erstaunen. Doch Apple muss die Ausgaben aus US-Vermögen bestreiten, hält aber nur etwa zehn Prozent seines Kassastandes in dem Land. Denn der US-Gesetzgeber bestraft US-Unternehmen dafür, wenn sie anderswo verdientes Geld in die USA überweisen. Das bereits im Ausland besteuerte Geld würde dann noch einmal mit 35 Prozent besteuert.

Kredite kommen da doch wesentlich günstiger. Angesichts dieser Umstände erstaunt es nicht, dass sich Cook eine Steuerreform wünscht: "Ich glaube, es gibt eine wachsende Zahl von Leuten in beiden [politischen] Parteien, die gerne eine umfassende Reform sähen. Und daher bin ich optimistisch, dass sie kommen wird", sagte der Manager zum Abschluss der Telefonkonferenz, "Es ist nur eine Frage der Zeit. Und das ist schwierig zu sagen, aber ich glaube, die meisten Menschen erkennen, dass es im Interesse der USA ist, [eine Steuerreform] zu machen." (ds)