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Trump-Veto gegen Mega-Deal: Broadcom darf Qualcomm nicht übernehmen

Die geplante Übernahme Qualcomms durch Broadcom findet nicht statt. US-Präsident Trump hat unter Berufung auf ein Kriegsmaterialiengesetz ein Verbot erlassen. Es wäre die größte Übernahme der Computerchip-Geschichte gewesen.

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Broadcom BCM2837 auf Raspberry Pi 3 Model B

Ein Broadcom BCM2837 auf einem Raspberry Pi 3 Model B

Aus der im November von Broadcom angekündigten Übernahme Qualcomms wird nichts. Denn US-Präsident Donald J. Trump hat ein Verbot verhängt. Dafür beruft er sich auf ein Kriegsmaterialiengesetz (Defense Production Act of 1950), das im Korea-Krieg erlassen wurde, um Versorgung und Ausrüstung der von den USA gestellten UN-Truppen zu sichern.

"Es gibt glaubhafte Beweise, die mich zu der Ansicht bringen, dass Broadcom […] durch Kontrolle über Qualcomm Maßnahmen setzen könnte, die die Nationale Sicherheit der USA zu beeinträchtigen drohen", heißt in dem Erlass des Präsidenten. Broadcoms Reaktion beschränkt sich vorerst auf zwei Sätze: "Broadcom sichtet den Erlass. Broadcom stellt entschieden in Abrede, dass der vorgeschlagene Kauf Qualcomms irgendwelche Bedenken über die Nationale Sicherheit auslösen könnte."

Broadcom bot Rekordsumme

Broadcom-Chef Hock E. Tan

(Bild: Broadcom)

Das in Singapur beheimatete Broadcom (ehemals Avago) hatte zunächst 100 Milliarden und dann sogar 146 Milliarden US-Dollar für Qualcomm geboten (davon 25 Milliarden US-Dollar als Übernahme von Schulden). Es wäre die mit Abstand größte Übernahme der Geschichte in der Technik-Branche gewesen.

Allein, das Qualcomm-Management war nicht angetan. Die endgültige Entscheidung hätten Qualcomms Eigentümer treffen sollen; doch CFIUS, die US-Behörde für Auslandsinvestitionen, hatte die Aktionärsversammlung verschieben lassen. Durch Trumps Verbotserlass erübrigt sich nun die Abstimmung der Aktionäre über Broadcoms Angebot.

Das in Kalifornien ansässige Qualcomm dürfte sich über die Entscheidung freuen, reagierte in einer Aussendung aber betont neutral. Das Unternehmen teilt lediglich den Erhalt des Erlasses sowie den Termin für die nächste Hauptversammlung (23. März) mit.

Broadcom wollte in die USA umziehen

Im November, kurz vor Broadcoms Übernahmeangebot, hatte Trump Broadcom-Chef Hock Tan noch im Weißen Haus empfangen und hochleben lassen. Damals hatte das Unternehmen angekündigt, seinen Firmensitz in die USA zu verlegen:

Damals bedankte sich Tan bei Trump und lobte die Vereinigten Staaten. Nicht bekannt ist, ob die Umzugspläne jetzt noch aktuell sind. (ds)

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