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Trump gewinnt: Donald Trump wird zum 45. US-Präsidenten gewählt

Die Auszählung der Stimmen zur US-Präsidentschaftswahl wurde spannender als zuvor gedacht: Der Republikaner Donald Trump siegte nach einer langen Wahlnacht über die – zuvor favorisierte – Demokratin Hillary Clinton.

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Donald Trump zum 45. US-Präsident gewählt

(Bild: heise online / Daniel AJ Sokolov)

Die US-Wähler haben den republikanischen Kandidaten Donald Trump zu ihrem 45. Präsidenten gewählt. Nicht alle Bundesstaaten sind bereits ausgezählt, aber mit den Wahlmännerstimmen aus Wisconsin und Pennsylvania, wo Trump praktisch uneinholbar vorne liegt, hat Trump mehr als die notwendige Anzahl an Wahlmännerstimmen, um US-Präsident zu werden.

Donald Trump

(Bild: Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0 )

In Wisconsin (99% ausgezählt) liegt Trump mit 49% vor Hillary Clinton (46%), in Pennsylvania mit 49% vor 48% und hat damit mehr als die 270 notwendigen Wahlmännerstimmen auf sich vereinigt. Auch bei der absoluten Zahl der abgegebenen Stimmen in den gesamten USA liegt Trump kurz vor 9 Uhr mit 57.045.560 Stimmen vor Clinton (56.038.586).

[Update 09.11.2016 09:01]: Laut CNN hat Hillary Clinton bereits in einem Telefongespräch Donald Trump zu seinem Wahlsieg gratuliert. Der Vorsprung von Trump ist mittlerweile mit 288 Wahlmännerstimmen gegenüber 215 für Clinton überraschend deutlich. 57.274.259 Stimmen der Wähler erhielt Trump, 56.333.030 Clinton. Trump erklärte in einer ersten Rede, er wolle die "Wunden der Spaltung" heilen. [/Update]

Zudem zeichnet sich ab, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verteidigt haben. Für die Republikaner deutet sich also eine politische Dominanz an, denn sie haben nach bisherigen Vorhersagen weiter im Repräsentantenhaus eine Mehrheit.

Während der Auszählung dieser Nacht zur Präsidentschaftswahl, während der die ersten Ergebnisse ab 1 Uhr MEZ mit Verlauf der US-amerikanischen Zeitzonen von Ost nach West eintrudelten, ergaben sich zunächst keine Überraschungen im Sinne der Demoskopen, die die demokratische Kandidatin Hillary Clinton vorab als Siegerin gesehen hatten. So gingen Indiana, West Virginia, Georgia und Kentucky wie erwartet an den republikanischen Kandidaten Donald Trump, Vermont an Clinton.

Dann wurde es spannend, jedenfalls spannender als von den Demoskopen erdacht. Es dauerte länger als vor acht oder vier Jahren, bis das vorläufige Endergebnis allgemein anerkannt wurde, nämlich nach 7 Uhr MEZ. Die beiden Wahlen vorher fanden jeweils nach 5 Uhr einen anerkannten Sieger. Aber dieser Abend verlief so, dass Demoskopen zu Auguren zu werden schienen.

Die Demoskopen hatten wegen ihrer Umfragen vorab Trumps Schicksal von den so genannten Swing oder Battleground States abhängig gemacht, die der Republikaner allesamt gewinnen müsste, um Präsident werden zu können. Dazu gehörten New Hampshire, North Carolina und Florida, die lange brauchten, um zu einem Endergebnis zu kommen. Alle drei fielen Trump zu. Virginia, das Clinton zugesprochen war, brauchte auch lange für ein Resultat, das dann knapp die Demokratin für sich holte.

Nach dem US-Wahlsystem ist nicht die absolute Anzahl der Wählerstimmen entscheidend, sondern das Votum innerhalb der Bundesstaaten, die ungefähr proportional jeweils nach ihrer Bevölkerungszahl entsprechend Wahlmänner stellen, die letztlich den Präsidenten wählen.

Insofern sollte es entscheidend sein, ob Trump nicht nur die für ihn sicher zugesagten Bundesstaaten gewinnen, sondern den Demokraten zugedachte Staaten abnehmen könnte. Zunächst gewann Trump Ohio und Iowa, wie zuvor nur knapp gemutmaßt; Colorado, Kalifornien und Oregon gingen an Clinton. Schließlich schauten die Beobachter auf Nevada, Pennsylvania, Nevada und Michigan, die vor vier Jahren noch für Obama votierten. Nevada entschied sich für Clinton. Es dauerte aber noch einige Zeit, bis auch die Ergebnisse in Pennsylvania, Wisconsin und Michigan feststanden.

Donald Trump wurde am 14. Juni 1946 in New York als das vierte von fünf Kindern des Immobilienunternehmers Frederick Trump Jr. und seiner Frau Mary Anne MacLeod geboren. Er ist in dritter Ehe mit Melania Trump verheiratet und hat insgesamt fünf Kinder. Drei stammen aus erster, eines aus zweiter und eines aus dritter Ehe. Bekannt wurde Trump vor allem als Immobilienunternehmer sowie durch Fernsehshows. Sein Vermögen wird auf mehr als 3 Milliarden US-Dollar geschätzt.

In dem nun zurückliegenden Wahlkampf hatte Trump sich durch markante Aussagen zu profilieren versucht, wie zum Beispiel: "Wenn wir keine Grenzen haben, haben wir kein Land. Wir müssen eine Mauer bauen, die illegale Einwanderer aussperrt." Die USA haben sich bereits seit einiger Zeit mit einem Zaun zu Mexiko abgegrenzt, das hatte ihm nicht gereicht.

Er setzte sich dafür ein, "Teile des Internets zu schließen, etwa dort, wo wir mit jemandem im Krieg sind". Zum Thema Waffen sagte er: "Wir werden unseren zweiten Verfassungszusatz schützen. Wenn ich Präsident werde, könnt ihr auf mich zählen. Ich lasse nicht zu, dass man uns unsere Waffen wegnimmt." Das vom derzeitigen Präsidenten Barack Obama initiierte Gesundheitssystem will Trump abschaffen.

Zu TTIP sagte Trump, er werde das transatlantische Handelsabkommen mit der EU "nicht unterzeichnen, und ich werde unseren NAFTA-Partnern sagen, dass wir umgehend über die Bedingungen des Abkommens verhandeln müssen, um bessere Konditionen für unsere Arbeiter auszuhandeln". Er wolle die Steuern für alle senken.

heise online wird in den nächsten Tagen mehrere Interviews mit US-Experten führen und veröffentlichen, um die Hintergründe und Auswirkungen der US-Präsidentschaftswahl auf Netzpolitik und die Hightech-Branche zu beleuchten.

Donald Trump's acceptance speech

(anw)

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