Trump oder Clinton: US-Präsidentschaftswahl live im Netz verfolgen

Nach einem zermürbenden Wahlkampf ist in den USA der Tag der Entscheidung gekommen: Mehr als 200 Millionen Menschen sind aufgerufen, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Barack Obama zu wählen. Die Entscheidung wird im Netz umfassend begleitet.

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Trump oder Clinto: US-Präsidentschaftswahl live im Netz verfolgen

(Bild: Darron Birgenheier, CC BY-SA 2.0 )

Von
  • Martin Holland

In den USA sind mehr als 200 Millionen Bürger dazu aufgerufen, den 45. Präsidenten ihres Landes zu bestimmen und alle Welt schaut gespannt zu. Nach einem polarisierten Wahlkampf ohne Vergleich in der jüngeren US-Geschichte geht die demokratische Bewerberin Hillary Clinton den meisten Umfragen zufolge mit den größten Siegchancen in die Abstimmung. Aufgrund des komplizierten Wahlsystems wird es aber am Ende wohl auf die Ergebnisse in nur einigen wenigen Bundesstaaten ankommen. Der Republikaner Donald Trump hofft hier auf die für seinen Gewinn nötigen Überraschungen. All das verspricht einen spannenden Wahlabend, der vielerorts live im Internet verfolgt werden kann.

Für deutsche Interessierte ist die Zeitverschiebung das wohl größte Hindernis, denn die Prognosen oder Ergebnisse werden hierzulande erst in der Nacht zum Mittwoch eintreffen. Die New York Times hat die Termine übersichtlich zusammengefasst. Die ersten Wahllokale schließen demnach um 18 Uhr Ortszeit (New York), also 0 Uhr MEZ. Erste Prognosen dürfte es dann nach 1 Uhr MEZ geben, wenn erste komplette Bundesstaaten das Wählen beendet haben. Sollten die Ergebnisse den Erwartungen entsprechen, könnte Clinton wohl gegen 3 Uhr MEZ genügend Stimmen für ihren Sieg gesammelt haben. Läuft es dagegen für Trump besser als erwartet, könnte er diesen Punkt eine Stunde später erreichen.

Aus deutscher Perspektive wird die Wahlnacht von allen großen Medien ab dem späten Dienstagabend live begleitet werden. Die ARD etwa plant einen Brennpunkt um 20:15 Uhr nach der Tagesschau und will 22:45 Uhr in die Live-Berichterstattung einsteigen. Das ZDF folgt anderthalb Stunden später und will ab 00:15 Uhr live berichten, Phoenix ab 00:45 Uhr. Von den privaten Sendern will N-TV bereits um 22 Uhr in die Berichterstattung einsteigen, der Konkurrent N24 um 00:00 Uhr folgen. Aus österreichischer Perspektive will ORF 2 ab 00:20 Uhr die Wahl begleiten und im schweizerischen SRF 1 geht es um 00:55 Uhr los. Auf den Webseiten deutscher Medien wird es darüber hinaus auch Live-Ticker geben, die teilweise bereits befüllt werden. Lustiger werden dürfte es bei Jan Böhmermann. heise online wird nach der Wahl aus Washington über die Konsequenzen für die Hightech-Branche berichten.

Deutlich umfassender wird die Berichterstattung in den US-Medien ausfallen und vieles davon kann auch aus Deutschland verfolgt werden. Die New York Times beispielsweise hat angekündigt, dass die Paywall auf der eigenen Seite bis zum Mittwoch deaktiviert werden wird, damit alle Artikel für jeden kostenlos zugänglich sind. Das gleiche macht die Washington Post. Die großen Nachrichtensender werden ohnehin nicht damit aufhören, von der Wahl zu berichten, von den Live-Streams sind Deutsche aber teilweise ausgesperrt. Das CNN-Programm beispielsweise gibt es aber auch bei Zattoo.

Trotz dieses umfassenden Angebots bleibt die US-Präsidentschaftswahl aber letztlich eine Frage der Zahlen; die wurden in diesem Jahr so kontrovers diskutiert wie schon lange nicht mehr. Kurz vor dem Wahltag kam es dabei zu einer öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzung zwischen dem bisher bekanntesten Statistiker, Nate Silver von FiveThirtyEight.com und Ryan Grim von der Huffington Post. Hintergrund ist die Frage, ob die jüngsten Umfragen einen sicheren (Grim) oder nur einen sehr wahrscheinlichen (Silver) Sieg Clintons erkennen lassen. Wer Stunden vor Beginn der langen Wahlnacht noch einmal diese Vorhersagen vergleichen will, sollte auch Sam Wang von der Universität Princeton im Auge behalten. Er beziffert die Chance eines Clinton-Siegs mit 99 Prozent. (mho)