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Trump verliert seinen IT-Chef

Der Chief Digital Officer des Weißen Hauses hat seinen Posten geräumt. Berichten zufolge gehört er zu einer Gruppe von Trump-Mitarbeitern, die bei der Zuverlässigkeitsüberprüfung des FBI durchgefallen sind oder wären.

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Sechs Personen aus Trumps Büro bestanden das "vetting" nicht.

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US-Präsident Donald J. Trump muss sich einen neuen Chief Digital Officer suchen. Der bisherige IT-Chef, Gerrit Lansing, dürfte die Zuverlässigkeitsüberprüfung durch den Inlandsgeheimdienst FBI nicht bestanden haben. Insgesamt sollen gleich sechs Trump-Mitarbeiter beim "background check" durchgefallen sein und deswegen vergangene Woche ihre Arbeitsplätze verloren haben. Laut US-Medienberichten wurden sie vergangenen Donnerstag von Sicherheitsbeamten aus dem Weißen Haus geleitet.

Zunächst war nur ein Name der sechs durchgesickert: Trumps Terminsekretärin Caroline Wiles, Tochter von Trumps Wahlkampfchefin für Florida, einem für Trumps Wahlerfolg eminent wichtigen Bundesstaat. Wiles habe ihre Stelle geräumt, bevor ihre Zuverlässigkeitsüberprüfung abgeschlossen werden konnte. Die Frau soll aber nicht arbeitslos, sondern mit einem Posten im Finanzministerium bedacht werden.

Gerrit Lansings Selbstbeschreibung auf Twitter

(Bild: Screenshot)

Am Mittwoch nannte Politico unter Berufung auf nicht näher beschriebene Quellen einen zweiten Namen aus der Gruppe: Gerrit Lansing. Er sei bereits am 9. Februar gegangen, offiziell auf eigene Veranlassung. Ihm sollen nicht näher beschriebene Finanzinvestitionen zum Verhängnis geworden sein. Zu den Aufgaben des Chief Digital Officer gehört unter anderem eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Social-Media-Beauftragten, die auch für den Twitter-Auftritt des Präsidenten zuständig ist.

Vor seiner kurzen Periode im Weißen Haus war Lansing laut seinem Linkedin-Profil ab Juni 2015 IT-Chef des Republican National Committee, dem nationalen Organisationsgremium der Republikanischen Partei. Davor bekleidete er mehrere Funktionen im Bereich der Republikanischen Politik.

Die konservative Webseite Daily Caller berichtet ebenfalls über die Abgänge Wiles' und Lansings aus Trumps Büro. Lansing habe am Donnerstag der Vorwoche in Florida geurlaubt. Er sei also wahrscheinlich nicht Mitglied jener Gruppe, die an dem Tag aus dem Weißen Haus gebracht wurde.

Der Daily Caller erinnert daran, dass Lansing Mitgründer und Teilhaber einer Online-Fundraising-Firma ist. Für Leistungen im Vorwahlen-Wahlkampf zahlte Trump Lansings Firma Ende Juli 2016 gut 170.000 US-Dollar. Ob das beim "background check" eine Rolle gespielt hat, ist nicht bekannt. In Lansings Linkedin-Profil findet seine Fundraising-Firma keine Erwähnung.

Kopf des Formulars SF86. Das PDF-Dokument hat 127 Seiten.

Die Zuverlässigkeitsüberprüfung für Personen, die Stellen mit Relevanz zur nationalen Sicherheit bekleiden, ist umfangreich. Das dafür auszufüllende Standardformular 86 umfasst etwa 120 Seiten mit einer Unzahl an Fragen, wozu auch Fragen zu finanziellen Belangen gehören. Auswertung und Überprüfung dauern. Daher ist es nicht unüblich, dass die zu Überprüfenden ihre Stelle antreten, bevor ihre Zuverlässigkeit geklärt wurde. Der US-Präsident selbst wird dieser Prüfung aber nicht unterzogen.

(ds)