Trump-Berater beschuldigt China schmutziger Corona-Tricks

Trump-Assistent Peter Navarro unterstellt China, das Coronavirus "wahrscheinlich" in einem Waffenlabor entwickelt zu haben. Auch die WHO patzt er an.

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Der Handelsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hat in der Corona-Krise zum Rundumschlag gegen die Volksrepublik China ausgeholt. China habe das Coronavirus im November "wahrscheinlich in diesem Waffenlabor in Wuhan" erschaffen, sagte Navarro am Donnerstag dem TV-Sender Fox News. Anschließend habe das Land das Virus "zwei Monate lang hinter dem Schutzschild der Weltgesundheitsorganisation (WHO) versteckt", Schutzausrüstung aus aller Welt "aufgesaugt" und "gehortet", Menschen getötet und schließlich Profit aus der Krise geschlagen. "Jetzt versuchen Hacker der chinesischen Regierung, Informationen über die Impfung zu stehlen, damit sie sie zuerst herstellen können."

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Die Beziehung zwischen Washington und Peking ist ohnehin angespannt – Navarro verschärfte den Ton mit der geballten Ladung an Vorwürfen am Donnerstag noch. Er hatte China bereits vor einigen Tagen beschuldigt, das Virus "wahrscheinlich" in einem Labor für Biowaffen erschaffen zu haben. Für diese Behauptung gibt es keine Beweise – genauso wenig wie für den immer wieder geäußerten Vorwurf, das Virus stamme womöglich aus einem Forschungslabor in der Stadt Wuhan, den Trump zuletzt selbst befeuert hatte. Wissenschaftler halten es für viel wahrscheinlicher, dass Sars-CoV-2 natürlichen Ursprungs ist und von Tieren auf den Menschen übertragen wurde.

Trump warf den Chinesen am Donnerstag erneut vor, sie hätten die Ausbreitung des Coronavirus nicht gleich am Ursprung gestoppt und dadurch enormen Schaden angerichtet: "Es war entweder Dummheit, Inkompetenz oder es war absichtlich." Zudem beklagte der Präsident Versuche Chinas, geistiges Eigentum in den USA zu stehlen. US-Behörden hatten am Mittwoch öffentlich davor gewarnt, dass chinesische Hacker Forschungsarbeit im Kampf gegen das Coronavirus ausspähen.

Am Mittwoch hat Trump die als Teil seines Handelskrieges gegen China erlassene Notstandsverordnung für den Telekommunikations-Sektor verlängert. Kommende Woche möchte der Präsident laut CNN eine Entscheidung über den US-Beitrag zur Finanzierung der WHO bekannt geben. Einen Corona-Impfstoff erwartet der Immobilienmilliardär bereits für das laufende Jahr. (ds)