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Tschechien: Geheimdienst sieht Russland hinter Hackerangriffen auf Regierung

Der tschechische Geheimdienst BIS sieht Russland "klar" als Drahtzieher hinter zwei Hackerangriffen auf die Regierung. Vorwürfe gehen auch in Richtung China.

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Tschechien: Geheimdienst sieht Russland hinter Hackerangriffen auf Regierung

(Bild: Pexels)

Der tschechische Geheimdienst BIS (Bezpečnostní informační služba) hält es für erwiesen, dass Russland hinter zwei Hackerangriffen auf die Tschechische Republik steckt. Im Jahresbericht des Inlandsgeheimdienstes wird der russische Geheimdienst FSB für Attacken auf das Außenministerium verantwortlich gemacht, berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters.

Als vermuteter weiterer Angreifer werde auch der Militärgeheimdienst GRU genannt. Außerdem warnen die Geheimdienstler demnach vor zunehmenden Spionageaktivitäten Chinas, bei denen es vor allem um Wirtschaftsgeheimnisse und wissenschaftliche Forschung gehe.

Wieder Angriff auf E-Mail-Konten

Bei den nun Russland zugeschriebenen Hackerangriffen geht es vor allem um einen, der Anfang 2017 entdeckt worden war. Den Angreifern war es im Verlauf von Monaten gelungen, Zugriff auf 150 E-Mail-Accounts zu erlangen und die Inhalte abzugreifen. Darunter seien interne Verhandlungsunterlagen, Botschaftsdepeschen sowie Informationen zum Militärausschuss der Europäischen Union gewesen, war damals berichtet worden.

Die Angreifer hätten damit einen "strategischen Vorteil" in Verhandlungen mit Prag erlangen können. Geheiminformationen seien aber nicht betroffen gewesen. Nun erläutert der BIS, dass die Hacker auf diese Weise Informationen erbeutet haben, die für künftige Angriffe nützlich seien, darunter "eine Liste potentieller Zielpersonen in so gut wie allen wichtigen Institutionen des Staats". Ein weiterer Russland zugeschriebener Hackerangriff hat demnach im Dezember 2016 begonnen.

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Immer mehr Vorwürfe gegen Russland

Die Details zu den Angriffen passen zu Beschreibungen über ähnliche Attacken in anderen Staaten, darunter auch Deutschland. Die dabei immer wieder genannte Hackerkampagne APT28 wird auch von der Bundesregierung "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeschrieben. Das hatte die Bundesregierung im Rahmen einer außergewöhnlichen Aktion erklärt, als aus Großbritannien, den USA und den Niederlanden Vorwürfe in Richtung Moskau erhoben worden waren. Die Vorwürfe aus Tschechien will die dortige Regierung unter Premierminister Andrej Babiš im Januar diskutieren. (mho)

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