Tschechische Datenschutzbehörde prüft Datenweitergabe von Avast

Im Heimatland des Software-Anbieters Avast prüft die Datenschutzbehörde rechtliche Schritte wegen der Weitergabe der Nutzerdaten.

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(Bild: Avast)

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Nachdem bekannt geworden war, dass der Antiviren-Software-Anbieter Avast die Nutzerdaten an seine Tochterfirma Jumpshot weitegereicht hat, prüft die tschechische Datenschutzbehörde den Fall. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in der tschechischen Hauptstadt Prag.

"Es besteht der Verdacht massiver Verstöße gegen das Datenschutzgesetz", schreibt die Präsidentin der Datenschutzbehörde, Ivana Janů. Derzeit würden alle Informationen gesammelt, über weitere Schritte wird zu gegebener Zeit informiert.

Avast hat die Anfrage der Datenschutzbehörde bestätigt und kündigt an, eng mit der Behörde zusammenarbeiten zu wollen. "Wir nehmen die Privatsphäre-Sorgen unserer Nutzer sehr ernst, weswegen wir im Dezember freiwillig Änderungen an unserem Datenschutzrichtlinien vorgenommen und im vergangenen Monat die Entscheidung getroffen haben, Jumpshot zu schließen. Der Schutz in der Online-Welt ist unsere höchste Priorität und Aktivitäten, die das Vertrauen unserer Nutzer gefährden, sind für uns inakzeptabel", heißt es in einer Stellungnahme, die heise online vorliegt. Da Privatsphäre-Schutz fixer Bestandteil der Geschäftsaktivitäten sei, konzentriere man sich auf "Produktinnovationen, die unseren Nutzern und deren Privatsphäre zugute kommen".

Kurz nach Bekanntwerden des massenhaften Verkaufs der Nutzerdaten hatte sich Avasts CEO entschuldigt und die sofortige Schließung von Jumpshot angekündigt. Ondrej Vlcek schrieb, er halte "die Vorgehensweise für nicht mehr angemessen", dennoch versicherte er in dem Statement, alle Handlungen seien im Rahmen der DSGVO absolut legal gewesen. Das zu entscheiden obliegt nun wohl der Datenschutzbehörde.

[UPDATE 13.02.2020 11.23 Uhr] Avasts Stellungnahme ist ergänzt worden.

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(emw)