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Tücken beim Smartphone-Umzug

Beim Handywechsel alle Daten mitnehmen? Klappt nicht. Trotz Umzugstools von Android und iOS und Smartphone-Herstellern bleibt etliches auf der Strecke.

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Umzug von Smartphone-Inhalten

(Bild: dpa, Sebastian Gollnow)

Beim Wechsel auf ein neues Smartphone erledigen die Umzugstools von Android und iOS nur das Gröbste: Solange man Daten, Mails sowie seine Kontakte und Fotos – wie vom Betriebssystem nahegelegt – in den herstellereigenen Clouds sichert, stehen sie einige Minuten nach dem Einschalten und Einrichten des neuen Smartphones wieder zur Verfügung. Doch etliches, was das Smartphone individuell macht, landet nicht im iCloud- beziehungsweise Google-Drive-Backup, also erst recht nicht auf dem neuen Gerät.

Hier sollten eigentlich die Umzugstools der Smartphone-Hersteller einspringen und gerätespezifische Einstellungen retten, etwa den Startbildschirm und die Anordnung der Widgets, die Lieblingsklingeltöne und Displayhintergründe. c't hat in Heft 2/19 Umzugstools untersucht und gibt Tipps, wie man trotz ihrer Schwächen rettet, was einem wichtig ist.

Beim ersten Einschalten eines Smartphones wird man gefragt, ob es als neues Gerät einzurichten ist oder sich aus dem Backup bedienen soll. Bei iOS-Geräten ist das die iCloud, bei Android-Geräten das Google Drive Backup. Vielfach drängt sich im Einrichtungsprozess ein Tool der Smartphone-Hersteller dazwischen und bietet an, Daten vom Altgerät per USB-Kabel über einen OTG-Adapter (ab 7 Euro), per direkter WLAN-Verbindung zwischen Alt- und Neugerät oder über ein schon vorhandenes WLAN zu übertragen oder eben auf ein Backup beim Smartphone-Hersteller zurückzugreifen. Die Cloudsicherungen bei Smartphoneherstellern werden aber wertlos, wenn man seinem Anbieter untreu wird.

Tendenziell waren bei den zahlreichen Umzugsversuchen von c't die Kabel-Umzugslösungen erfolgreicher, da weniger Daten verloren gingen. Ganz reibungsfrei verliefen aber auch die nicht.

Das Übernehmen von Kontakten, Kalendern und Mails ist in der Regel kein Problem, wenn man sie über externe Server hortet. Das könnte beispielsweise google- oder appleeigene Dienste sein, aber auch Exchange-Server oder Lösungen wie vom privatsphärenfreundlichen Postfachanbieter Posteo.

Wer beim Android-Smartphone ein Google Drive Backup macht, dem wird auf dem Neugerät alles installiert, was zuletzt auf dem Altgerät war. Dabei fehlen Apps, die auf dem neuen Gerät nach Meinung des Play Store nicht laufen. Beim Umzug werden aber nicht die App-Dateien vom alten Gerät aufs neue kopiert, sondern das Neugerät arbeitet gewissermaßen nur eine Bestellliste für den Google Play Store ab, die Apps werden frisch daraus bezogen - schlecht, wenn man aus Gründen bei einer älteren Version bleiben wollte. Es war auffällig und hinterließ ein schales Gefühl, dass im Test immer wieder mal eine App ohne ersichtlichen Grund bei einem Neueinrichten auf der Strecke blieb und bei einem erneuten Durchgang bei unveränderten Randbedingungen plötzlich alle Apps komplett waren.

Etwas sicherer vor App-Verlusten ist man, wenn man die von einigen Smartphones angebotene Umzugsmöglichkeit per USB-Kabel und OTG-Adapter nutzt. Hier wurden im Test außer beim Xperia Transfer Mobile Tool auch Apps übertragen, die nicht aus dem Google Play Store stammten, etwa aus F-Droid.

Auf einem anderen Blatt stehen die Daten, die Apps während der Nutzung auf dem Altgerät gespeichert haben - bei Spielen sind das beispielsweise Spielstände. Spiele im Google-Games-Universum sichern Spielstände in der Regel, so dass man auf dem neuen Gerät nicht wieder bei Level 1 beginnen muss. Das gilt aber nicht unbedingt für andere Spiele.

App-Hersteller können selbst festlegen, ob Nutzerdaten in ein Google Drive Backup integriert werden sollen oder nicht. Auch weil dafür nicht beliebig viel Platz genutzt werden darf, lagern einige Apps das Backup ihrer Daten aus, teils mit Wahlmöglichkeit für den Speicherort der Sicherung. Darum muss man sich aber selbst kümmern und oftmals macht die App nicht darauf aufmerksam.

Man sollte eigentlich voraussetzen können, dass beim Backup die Inhalte der Standard-Ordner wie DCIM (für Fotos), Downloads, Documents, Notification, Pictures (für Screenshots), Music und Movies auch auf dem neuen Gerät wiederzufinden sind. Das ist im Test vielfach nicht so gewesen: PDFs im Foto-Ordner fehlten genauso wie Fotos im Download-Ordner, DRM-geschützte Inhalte (Musik) sowieso, das LG Tool Mobile Switch transportierte nicht einmal Klingel- und Hinweistöne in den ordnungsgemäßen Ordnern aufs neue Gerät.

Daraus leitet sich die Empfehlung ab, das alte Gerät auf alle Fälle noch mal im Massenspeichermodus an den PC zu hängen und die entsprechenden Ordner auszulesen, für den Fall, dass man ihre Inhalte auf dem neuen Gerät braucht.

Mehr dazu lesen Sie in c't 2/19:


(mil)

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