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Türkei: Wikileaks veröffentlicht E-Mails von, aber vor allem an AKP-Politiker

Nur wenige Tage nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat Wikileaks Hunderttausende E-Mails aus Postfächern von Politikern der Regierungspartei AKP veröffentlicht. Nur wenige Tausend stammen aber von den Politikern, der Rest ging an sie.

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Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat am Dienstagabend fast 300.000 E-Mails von und an Postfächer der türkischen Regierungspartei AKP veröffentlicht. Wie Wikileaks erklärte, handelt es sich um den ersten Teil einer geplanten Serie von Veröffentlichungen. Das Material sei der Plattform eine Woche vor dem gescheiterten Putschversuch gegen Präsident Erdoğan zugespielt worden und die habe die Veröffentlichung angesichts der aktuellen Ereignisse vorgezogen. Im Internet einsehbar seien die Inhalte von insgesamt 762 E-Mail-Postfächern der Domain "akparti.org.tr". Die Namen der zuerst zugänglich gemachten Postfächer fangen demnach mit den Buchstaben zwischen A und I an. Die jüngste E-Mail stamme vom 6. Juli, die älteste aus dem Jahr 2010.

Die Inhalte sind erwartungsgemäß zumeist in Türkisch und noch ist deren Brisanz nicht absehbar. Einen Anhaltspunkt liefern aber bereits die die Metadaten: So sind lediglich rund 3000 der durchsuchbaren E-Mails von akparti.org.tr-Accounts aus verschickt worden, die übergroße Mehrheit landete im Posteingang. Knapp die Hälfte der durchsuchbaren E-Mails sind Bounce-Messages ohne Inhalt, die vom Mailserver verschickt wurden, weil eine E-Mail nicht zustellbar war (MAILER-DAEMON). Der türkische Journalist Emre Kizilkaya hat getwittert, die einzige Erkenntnis aus den Mails sei, dass viele Türken sich gegenseitig für Regierungskritik anschwärzten. Nichtsdestotrotz hat die türkische Regierung laut Wikileaks aber eine Blockade der Seite angeordnet. (mho)