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Tumblr-Übernahme durch Yahoo perfekt

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Über 50 Milliarden Postings, 117 Millionen aktive Nutzer: Tumblr ist einer der Shooting-Stars des Internet.

(Bild: Screenshot)

Der Yahoo-Aufsichtsrat hat nach Informationen des Wall Street Journals am Sonntag der Übernahme von Tumblr zum Preis von 1,1 Milliarden US-Dollar zugestimmt. Yahoo begleicht den Kaufpreis ausschließlich mit Barmitteln und investiert dafür den Großteil seines derzeit flüssigen Kapitals.

Die 2007 gegründete Microblogging-Plattform Tumblr wird vor allem für Bilder genutzt. 109 Millionen Mini-Blogs mit 51 Milliarden Postings verzeichnet die schnell wachsende Plattform aus New York momentan und lockt damit nach comScore-Erhebungen 117 Millionen Benutzer weltweit an. Beliebt ist Tumblr vor allem bei einer jungen, stark internetaffinen Zielgruppe.

Tumblr hält sich bisher sehr zurück mit Werbung. Die oft minimalistisch gestalteten Blogs sind komplett werbefrei. Anzeigen erscheinen bislang nur in den Dashboards, in denen angemeldete Benutzer ihre Postings schreiben, anderen Tumblogs folgen und ihren Account verwalten können. Damit erlöste der nutzerstarke Online-Dienst letztes Jahr immerhin 13 Millionen US-Dollar. Damit sich die Yahoo-Übernahme lohnt, müsste Yahoo künftig mehr mit Tumblr erlösen – vermutlich über 100 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Diversen Quellen zufolge soll die Marke Tumblr erhalten und CEO Karp im Amt bleiben. Dennoch scheint es viel Skepsis unter den Tumblr-Nutzern über den künftigen Eigentümer zu geben; Drohungen, dem Dienst den Rücken zu kehren, machen die Runde.

Ein Konfliktthema könnte der Umgang mit nicht jugendfreiem Material sein: Während Yahoo ein "sauberes Umfeld" für Werbetreibende benötigt, pflegt Tumblr vor allem in Sachen Pornografie eine Laissez-faire-Politik. Tumblrs Community-Richtlinien sprechen sich gegen Inhalte aus, die zum Hass aufstacheln, extrem gewalttätig sind oder Minderjährige bei sexuellen Handlungen zeigen. Nicht jugendfreie Inhalte sind kein Problem, solange sie als "NSFW" (not safe for work) gekennzeichnet sind und es sich nicht um Porno-Videos handelt, denn "wir sind nicht im Pornogeschäft und das Hosten dieser Inhalte ist verflucht kostspielig".

Tumblr-Gründer David Karp – der 2010 gesagt haben soll, dass Online-Werbung ihm körperliche Schmerzen bereite – hatte sich bisher Übernahmeinteressenten gegenüber verschlossen gezeigt. Erst vor drei Wochen quittierte Tumblr-Konkurrent Posterous seinen Dienst. Postereous war im März 2012 von Twitter übernommen worden.

Update 20.05.2013 14:50h:

Inzwischen hat Yahoo die Übernahme offiziell bestätigt. (heb)