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Twitter: Algorithmen sollen mehr Einfluss auf die Timeline bekommen

Ähnlich wie Facebook, sollen Algorithmen auch bei Twitter stärker mitbestimmen, was die Nutzer in ihrer Timeline zu sehen bekommen. Dadurch sollen sie weniger Inhalte verpassen, die die Plattform für wichtig erachtet.

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Die Verantwortlichen bei Twitter wollen mit der Timeline das zentrale Element des Portals weiter umbauen und angezeigte Inhalte stärker von Algorithmen bestimmen lassen. Das berichtet Techcrunch unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Demnach soll die Technik noch stärker bestimmen, was Nutzer in ihrer Timeline zu sehen bekommen. Jemandem, der lediglich einem bestimmten Spieler einer Sportmannschaft folgt, könnten dann beispielsweise Tweets von anderen Mannschaftsmitgliedern eingespielt werden, auch wenn sie von niemandem geteilt oder favorisiert wurden, denen der Nutzer folgt.

Twitter geht an den Markenkern.

(Bild: dpa, Jörg Carstensen/Archiv)

Mit diesem Schritt dürfte sich Twitter noch weiter an das Modell von Facebook annähern. Dort entscheidet in der Standardeinstellung die Technik, was den Nutzern angezeigt wird, während viele Inhalte, die sie dank ihrer Freundschaften und Likes im Stream erwarten dürften, fehlen. Twitter wolle mit dem Schritt in diese Richtung vor allem jenen Nutzern entgegen kommen, die die Liste jener, denen sie folgen, nicht ganz so genau pflegen und nach Meinung der Betreiber wichtige Inhalte verpassen. Ob es aber für die anderen, die mit der jetzigen Funktionsweise vertraut sind, eine Möglichkeit geben wird, den Einfluss der Algorithmen auszuschalten, sei nicht klar.

Der Einfluss der Algorithmen

Bereits jetzt ist es aber auch so, dass Twitter nicht mehr die rein chronologische Timeline anzeigt, die es anfangs gegeben hatte. Nicht nur gibt es "gesponserte Tweets", also bezahlte Werbung, die eingeblendet wird, auch wenn man dem Auftraggeber nicht folgt. Auch Retweets etwa älterer Tweets können die Chronologie aufweichen. Diese zentrale Funktionsweise der Timeline war außerdem durch die ohne viele Worte eingeführte Einschleusung fremder Tweets verändert worden. Eine Möglichkeit, sich ihr zu entziehen, ist nicht vorgesehen.

Aber auch in anderen Fällen kommen bei Twitter bereits seit langem Algorithmen zum Einsatz, so etwa bei der Entscheidung, welche Hashtags gerade im Trend sind. Bei Ereignissen, die sich länger hinziehen – etwa die jüngsten Proteste in der US-Kleinstadt Ferguson – verschwinden die dabei genutzten Hashtags irgendwann aus diesen Listen, auch wenn sie noch genauso häufig benutzt werden. Grund ist der Algorithmus der nach Ausschlägen beim Hashtag-Aufkommen sucht und gleichbleibenden Verwendungszahlen weniger honoriert – auch wenn diese sehr hoch liegen. In ähnlicher Weise hatten Algorithmen offenbar auch dafür gesorgt, dass #Ferguson zwar auf Twitter ein großes Thema war, bei Facebook aber weniger beziehungsweise verzögert. (mho)

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