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Twitter: Bis zu 48 Millionen Bot-Profile

Zwischen 9 und 15 Prozent der Twitter-Konten sind nach Schätzungen von US-Forschern nicht menschlich, sondern Bot-gesteuert. Bei rund 319 Millionen aktiven Nutzern wären das bis zu 48 Millionen Bot-Profile.

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45 MIllionen Twitter-Nutzer könnten laut US-Studie Bots sein

(Bild: Esther Vargas, CC BY-SA 2.0 )

Bis zu 15 Prozent der rund 319 Millionen Twitter-Nutzer sind Bots. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der University of Southern California und der Indiana University. Anhand eines umfassenden Kriterienkataloges identifizierten die Forscher die maschinell gesteuerten Profile. Ihr "Bot-Erkennungs-Framework" ist online verfügbar und analysiert beispielsweise die Anzahl der Follower eines Accounts und dessen Profiltext. Kommuniziert werde demnach nicht nur zwischen Bot und Mensch - auch untereinander herrsche ein reger Austausch zwischen den Bots.

Die Forscher warnen vor den Gefahren der möglichen Einflussnahme durch Bots - auch in Hinblick auf die Verbreitung von Fake News. Mit vergleichsweise wenig Aufwand können Falschinformationen massenweise gestreut werden. Und die Wissenschaftler beobachteten auch, dass einige Bots nicht nur retweeten, sondern durch Erwähnungen auch andere Nutzer bestimmter Zielgruppen ansprechen. Gleichzeitig aber schreiben die Forscher, dass Bots auch nützliche Funktionen wie die Verbreitung von Nachrichten und anderen Veröffentlichungen übernehmen könnten. Auch ein Unternehmenssprecher von Twitter sagte gegenüber CNBC, dass Bots obgleich ihrer oft negativen Konnotation viele Vorteile hätten – sei es bei der automatisierten Warnung vor Unwettern oder im Kundenservice.

Verschiedene Forscher sind schon seit längerem übereinstimmend der Ansicht, dass Bots mittlerweile mehr und mehr in Social-Media-Plattformen aktiv sind und dort in Diskussionen um den Brexit, den Ukraine-Konflikt oder die vergangene US-Wahl eingegriffen haben. Aus der Politik wurde deswegen Anfang des Jahres die Forderung nach einer Anmeldepflicht für Social Bots laut.

Nicht nur auf Twitter geben sich Bots als menschliche Nutzer aus. Auch Cyberkriminelle nutzen sie, um etwa Klicks auf Werbung zu simulieren. Einen Hintergrundbericht dazu lesen sie in der nächsten c‘t, die ab kommenden Samstag, 18. März, an den Kiosken liegt. (msi)

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