Twitter-CEO: "Wir sind unfähig, mit Trollen umzugehen"

Immer wieder wird Twitter für regelrechte Hasskampagnen genutzt. CEO Dick Costolo hat nun eingeräumt, dass sein Unternehmen beim Umgang mit Trollen versagt und gelobt Besserung.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 87 Beiträge
Twitter

(Bild: dpa, Daniel Reinhardt)

Von
  • Martin Holland

Twitter-Chef Dick Costolo hat eingestanden, dass der Kurznachrichtendienst ein Problem mit Trollen hat und persönlich die Verantwortung dafür übernommen. "Wir sind total unfähig, mit Beschimpfungen und Trollen umzugehen, und das schon seit Jahren", zitiert ihn The Verge aus einem internen Memo. Das sei kein Geheimnis und man verliere immer wieder Nutzer aus der Kernzielgruppe, weil man die wiederkehrenden "simplen Probleme mit Trollen" nicht angehe, gesteht er demnach ein. "Das ist niemandes Schuld außer meiner, und es ist beschämend." Twitter werde nun damit beginnen, diese Leute von der Plattform zu schmeißen.

Costolo bezieht sich in dem Memo offenbar auf die immer wieder öffentlich werdenden Angriffe und regelrechten Kampagnen gegen einzelne Nutzer oder Nutzergruppen. So hatte die Tochter des verstorbenen Schauspielers Robin Williams der Plattform im vergangenen Sommer den Rücken gekehrt, nachdem sie von Nutzern zum Teil übel beleidigt worden war. Daraufhin hatte Twitter angekündigt, die eigenen Regeln zum Schutz vor solchen Angriffen prüfen zu wollen. Die feministische Spielekritikerin Anita Sarkeesian machte schon wiederholt auf die Beleidigungen aufmerksam, denen sie auf Twitter ausgesetzt ist.

Konkrete Maßnahmen kündigte Costolo in seinem Memo demnach zwar nicht an, erklärte sich aber persönlich verantwortlich dafür, dass Mitarbeiter seines Unternehmens "Tag und Nacht" an einer Lösung arbeiten würden. "Wir werden das Problem beseitigen", versicherte er demnach. Erst vergangene Nacht hatte der Konzern erklärt, dass die eigene Nutzerzahl zwar nicht wirklich wächst, aber der Umsatz stark erhöht werden konnte. (mho)