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Twitter: Russische Trolle finden Nachahmer in anderen Staaten

Erneut hat Twitter Datensätze zu Tausenden Accounts veröffentlicht, denen irreführende Kampagnen vorgeworfen werden. Russland hat demnach Nachahmer.

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Twitter

(Bild: dpa, Ole Spata/Archiv)

Twitter hat erneut umfangreiche Archive zu den Aktivitäten mutmaßlicher Kampagnen von Internettrollen veröffentlicht, die sich am russischen Vorbild ein Beispiel genommen haben sollen. Die Datensätze umfassen jeweils die Tweets ein paar weniger, aber auch Hunderter oder Tausender Accounts und wurden von dem Internetdienst in Russland, dem Iran, Bangladesch und Venezuela lokalisiert. Wer hinter diesen neuerlichen Kampagnen steckt, vermag Twitter demnach nicht zu sagen.

Mitte Oktober 2018 hatte Twitter Hunderte Gigabyte mit Daten zur Troll-Kampagne der sogenannten Internet Research Agency veröffentlicht. Damit sollten Forscher deren Vorgehen und deren Ziele besser analysieren können. Hinter der Internet Research Agency sollen staatliche russische Akteure stecken, die vor allem – aber nicht nur – auf die politischen Debatten in den USA Einfluss nehmen wollten. Deren Accounts haben dazu ganz gezielt und durchaus sehr erfolgreich kontroverse Themen aufgegriffen und weiter zugespitzt. Schon im Oktober hatte Twitter dabei zusätzlich auch Daten zu Accounts aus dem Iran veröffentlicht.

In der neuen Veröffentlichung sind nun die mutmaßlich aus dem Iran gesteuerten Akteure im Fokus: Zu insgesamt 2617 solchen Accounts wurden nun Daten veröffentlicht. Darüber soll versucht worden sein öffentlichen Debatten im Nahen Osten, in Asien und in Europa zu beeinflussen. Auch mehrere Zehntausend Tweets in deutscher Sprache finden sich darin.

Neben den mutmaßlich aus dem Iran gesteuerten Accounts finden sich in den Archiven auch neue Datensätze zu Nutzern, die wohl aus Russland gesteuert wurden und denen der Internet Research Agency ähnelten. Ob die aber wirklich auch hinter diesen steckte, könne man nicht definitiv sagen, erklärte Twitter. Außerdem gibt es zwei Archive mit Daten zu insgesamt fast 2000 Accounts aus Venezuela, die zwar nicht der dortigen Regierung zugeordneten werden könnten, aber das Vorgehen der Internet Research Agency kopiert hätten. Darüber hinaus gibt es noch ein Archiv mit Daten zu 15 Accounts, die mit unerwünschten Motiven aus Bangladesch heraus befüllt worden sein sollen.

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[Update 01.02.2091 – 12:55 Uhr] Die Angabe zur Reichweite der Tweets in deutscher Sprache wurde korrigert. (mho)

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