Twitter-Sprache kann auf Psychopathien hinweisen

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Wissenschaftler an der Florida Atlantic University versuchen zusammen mit dem Datenanalyseunternehmen Kaggle, aus den Nachrichten von Twitter-Nutzern Rückschlüsse auf Psychopathien und andere psychologische Persönlichkeitsstörungen zu ziehen. Dazu wurden mehr als drei Millionen öffentliche Äußerungen von fast 3000 Usern aus 80 Ländern untersucht und algorithmische Modelle angelegt, die die Verwendung bestimmter Wortkombinationen mit psychischen Neigungen korrelierte, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Dazu gehört unter anderem eine aufgeregtere Sprache, die Verwendung besonders kräftiger Ausdrücke wie "ich hasse" oder der verstärkte Einsatz von Konjunktionen wie "weil", "so dass" oder "da ich". Die Forscher, die sich mit Experten der Online Privacy Foundation zusammentaten, glauben, dass sich neben Spuren von Psychopathie auch narzisstische Neigungen oder der sogenannte Machiavellismus nachweisen lassen.

Ausgangspunkt der Untersuchung war eine Studie der Cornell University, die die Sprache kriminell gewordener Personenkreise auswertete. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass diese häufiger über physische Bedürfnisse wie Nahrung, Sexualität oder Gelderwerb sprechen, während die Kontrollgruppe sich stärker sozialen Bedürfnissen wie der eigenen Familie zuwendete. Bis zu 41 der von den Florida-Atlantic-University-Forschern überprüften Twitterern könnten psychopathische Neigungen haben – jedenfalls nach dieser Definition.

Allerdings gilt zu bedenken, dass es sich nur um Teile des Charakters einer Person handelt, nicht um ein vollständiges Bild. "Nur weil jemand hier eine hohe Punktzahl hat, heißt das noch nicht, dass es sich um einen Kriminellen handelt", kommentierte Chris Summer von der Online Privacy Foundation gegenüber dem Magazin "Forbes". Käme man auf die Idee, auf diese Art Verbrechen zu verhindern, "würde man vermutlich viele Leute fangen, die nichts tun würden".

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(bsc)