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Twitter schränkt Werbung im Zusammenhang mit sozialen Themen ein

Um die Meinungsbeeinflussung durch Tweets zu sozialen Themen zu minimieren, dürfen diese nur noch eingeschränkt beworben werden.

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(Bild: InFootage.com/Shutterstock.com)

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Twitter schränkt ein, wie feinmaschig einzelne Nutzergruppen gezielt mit Botschaften zu sozialen Themen angesprochen werden können. Künftig wird es nicht mehr möglich sein, Tweets, in denen es um bürgerschaftliches Engagement, Wirtschaftswachstum, soziale Gerechtigkeit oder Umweltschutz geht, als Werbung Nutzern in bestimmten Postleitzahl-Bereichen anzeigen zu lassen. Das kündigte Twitter am Freitag als Regeländerung für seine Geschäftskunden an. Geo-Targeting bleibe aber weiterhin auf regionaler Ebene und höher möglich. Das Targeting hinsichtlich der Keywords und Interessen werde jedoch eingeschränkt. Künftig wird es nicht mehr möglich sein, im Zusammenhang mit politischen Inhalten bestimmte Keywords wie "Konservative", "Liberale" oder "politische Wahlen" zu benutzen, heißt es von Twitter.

Twitter begründet die geplanten Einschränkungen damit, dass Werbung nicht dazu verwendet werden solle, um bestimmte politische, rechtliche, gesetzgebende Ergebnisse oder Ergebnisse von Regierungen voranzutreiben.

Die neuen Maßnahmen gehören zur Umsetzung des angekündigten Verbots, politische Botschaften als Werbung zu verbreiten. Mit diesen Ergänzungen will Twitter ein Jahr vor der US-Präsidentschaftswahl in den USA mögliche Schlupflöcher schließen.

Im Zuge des US-Wahlkampfs 2016 ging es in einem großen Teil der von Russland aus gesteuerten Einfluss-Kampagnen über soziale Medien darum, die Spannungen in der US-amerikanischen Bevölkerung zu vertiefen. Daher wurden Botschaften zu Themen wie Rassismus, soziale Gerechtigkeit, Flüchtlingspolitik oder Impfungen als Werbung gezielt an bestimmte Nutzergruppen ausgespielt. Mit einer feinmaschigen Platzierung nach Postleitzahl konnten so häufig bestimmte soziale oder ethnische Gruppen erreicht werden.

"Wir glauben, dass Reichweite für politische Botschaften verdient werden muss, statt erkauft zu werden", begründete Twitter-Chef Jack Dorsey den weltweiten Stopp von politischer Werbung Ende Oktober. Die neue Regelung soll vom 22. November an greifen.

Werbung bei Twitter sind zum Beispiel Tweets, die gegen Bezahlung im Nachrichtenstrom von Nutzern platziert werden können – auch wenn sie diesem Account nicht folgen. Als politisch wertet Twitter Inhalte, in denen es unter anderem um Wahlen, Volksabstimmungen, Wahlkandidaten, politische Parteien, Gesetze, Regulierung sowie gewählte oder ernannte Regierungspolitiker geht. Der Kurznachrichtendienst veröffentliche seine genauen Definitionen wie angekündigt am Freitag – eine Woche vor Beginn des Werbe-Stopps. (mit Material der dpa) / (olb)