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Twitter stoppt Archiv gelöschter Tweets von US-Politikern

Seit mehreren Jahren hat Politwoops dank API-Zugriff eigentlich gelöschte Tweets von US-Politikern gesammelt und öffentlich gemacht. Damit wurde so mancher Fehltritt sichtbar. Nun hat Twitter dem ein Ende bereitet.

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Barack Obama

(Bild: dpa, Michael Reynolds)

Twitter geht in den USA gegen das Tweet-Archiv Politwoops vor und hat dem US-Ableger der niederländischen Transparenz-Initiative den Zugang zur Twitter-API gesperrt. Das von der niederländischen Open State Foundation ins Leben gerufene Politwoops sammelt gelöschte Tweets von Politikern. Es gibt über dreißig Länderversionen; das deutsche und das europäische Politwoops sind von der Sperre bisher nicht betroffen.

Laut einem Bericht von Gawker begründet Twitter die Maßnahme damit, dass die Veröffentlichung gelöschter Tweets gegen die Nutzungsbedingungen für Entwickler verstoße. Seit Mitte Mai kommen auf der US-Website, die von der Sunlight Foundation betrieben wird, keine Neueinträge mehr hinzu.

Im Jahr 2012 hatte das Time Magazine Politwoops als eine der 50 besten Internetseiten bezeichnet. In dem Jahr sah sich unter anderem ein republikanischer Kongressabgeordneter durch Politwoops gezwungen, seinen Twitteraccount zu löschen. Er hatte sich an den Spekulationen über den Geburtsort von US-Präsident Obama beteiligt. Andere US-Politiker waren im Laufe der Zeit in ähnliche Fallen getreten.

Wie Gawker nun weiter schreibt, hat sich bei ihnen auch ein Mitarbeiter von Twitter gemeldet, der die Entscheidung als Schande bezeichnet. Auf Twitter bezeichnete die Sunlight Foundation die Entscheidung des sozialen Netzwerks als schade. Leider verliere man damit diese öffentliche Datenbank gelöschter Tweets. (mho)

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