Menü

Twitter verschärft Vorgehen gegen Mobbing und Hassrede

Jeder kann bei Twitter schreiben – auch Nutzer, die andere beleidigen oder angreifen. Dem Kurznachrichtendienst wurde vorgeworfen, nicht konsequent genug darauf zu reagieren. Jetzt geht Twitter selbst aktiv auf die Suche nach gehässigen Inhalten.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 24 Beiträge
Twitter

(Bild: dpa, Ole Spata)

Twitter verschärft weiter sein Vorgehen gegen Belästigungen, Mobbing und Hassrede. Der Kurznachrichtendienst will jetzt auch aktiv nach Profilen Ausschau halten, von denen aus andere Nutzer angegriffen werden. "Es wurde deutlich, dass Twitter einen Teil der Last von den Nutzern nehmen muss – und eingreifen, noch bevor sie etwas melden", sagte Twitter-Managerin Sinéad McSweeney der dpa zu den am Mittwoch angekündigten Neuerungen. Bisher verließ sich Twitter – wie auch viele andere Online-Dienste – vor allem auf Beschwerden der Nutzer.

Es gehe nun darum, mit Hilfe von Algorithmen typisches missbräuchliches Verhalten zu erkennen – etwa, wenn von einem Profil massenhaft Nutzer angeschrieben werden, die ihm nicht folgen. Solchen Twitter-Konten werden dann für eine Zeit Einschränkungen auferlegt: Zum Beispiel können ihre Tweets nur von den Nutzern gesehen werden, die ihnen folgen.

Eine weitere Neuerung ist, dass Nachrichten und auch Unterhaltungen mit bestimmten Begriffen oder Sätzen von Nutzern komplett aus ihrer Timeline ausgeblendet werden können. Bei der ersten Vorstellung einer solchen Funktion im November galt sie nur für Benachrichtigungen. Die Nutzer können entscheiden, ob die Sperre einen Tag, eine Woche, einen Monat oder unbeschränkt gelten soll. Twitter wolle zugleich nicht zu viel über sein Vorgehen verraten, damit sich aggressive Nutzer nicht darauf einstellen könnten.

Nutzer, die sich beschweren, werden jetzt permanent über den Status der Bearbeitung informiert. In der Benachrichtigungsspalte bekommen sie etwa eine Bestätigung, wenn die Beschwerde eingeht, sowie Angaben zu eventuellen Maßnahmen, die Twitter ergriff. Solche ausführlichen Informationen seien ein Wunsch der Nutzer gewesen, betonte McSweeney.

"Es wird Fehler geben", räumte sie ein. Es werde vorkommen, dass fragwürdige Inhalte auf der Plattform bleiben – und genauso, dass zu Unrecht gegen Nutzer vorgegangen werde. "Wir haben nicht den Luxus, unsere Fehler verstecken zu können." Dem Kurznachrichtendienst machen ein verlangsamtes Wachstum und fortlaufende Verluste zu schaffen, die Aktie ist im Keller. Twitter-Chef Jack Dorsey will das Steuer herumreißen, indem sich sein Unternehmen mehr auf Live-News und Video konzentriert. (axk)

Anzeige
Anzeige