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Twitter verwaltet künftig Nicht-EU-Konten in den USA

Twitter-Konten von Nutzern, die nicht in der EU leben, werden ab 2020 in den USA verwaltet. Das gebe dem Unternehmen mehr Freiheiten.

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(Bild: InFootage.com/Shutterstock.com)

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Twitter hat ein Daten-Center eingerichtet, in dem Nutzer einen leichteren Überblick über die Verwendung ihrer Daten bekommen sollen. Mit der Einführung des Privacy-Centers einher geht auch eine Veränderung der Geschäftsbedingungen. Die tatsächlich größere Neuerung ist der Wechsel der Zuständigkeit für Konten von Nutzern, die nicht in der EU leben. Bisher war die Twitter International Company mit Sitz in Irland für sie zuständig, nun verwaltet die Twitter Inc. in San Francisco diese Konten. Obwohl Kalifornien ein recht strenges Datenschutzgesetz (California Consumer Privacy Act) nach europäischem Vorbild hat, lässt die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) weniger Spielraum zu.

Man wolle mehr Flexibilität haben, um den Dienst zu verbessern, heißt es in einer Zusammenfassung der Änderungen von Twitter. Die DSGVO sei zwar noch neu, erste Interpretationen ließen aber erahnen, dass es wenig Flexibilität gäbe. "Mit dem Umzug mancher Twitter-Konten unter das Dach von Twitter Inc. haben wir größere Freiheiten, neue Funktionen und Einstellungen zu testen, die Menschen eine ihren Erwartungen und Bedürfnisse entsprechende Kontrolle geben." Als Beispiel nennt Twitter Tests, ob Menschen zusätzliche Opt-In- oder Opt-Out-Präferenzen hätten.

Die Konten von nicht-EU-Bürgern werden ab dem 1.1.2020 in den USA verwaltet, ebenso wie die Daten der US-Amerikaner. Für EU-Bürger bleibt der Sitz in Dublin zuständig und die DSGVO. Eine weitere Änderung betrifft das Urheberrecht bei Tweets. Twitter stellt klar, dass sie "Beiträge kuratieren, transformieren und übersetzen dürfen". Schon jetzt können sich Nutzer im Privacy-Center über Neuerungen und den Umgang mit ihren Daten informieren: "Ein Ort für mehr Transparenz darüber, wie wir deine mit uns geteilten Daten schützen". Auch Datenpannen will Twitter hier kommunizieren.

In den Privatsphäreneinstellungen steht nun deutlicher, dass Tweets mit der Öffentlichkeit geteilt werden und damit auch Entwicklern zur Verfügung stehen, die Twitters APIs nutzen. Die Plattform hatte zuletzt Probleme mit Datenlecks. Entwickler hatten über ein Software-Developement-Kit Zugang zu personenbezogenen Daten von Twitter- und Facebook-Nutzern. Werbekunden konnten Telefonnummern und E-Mail-Adressen mit eigenen Listen abgleichen – laut Twitter war das ein Versehen. (emw)