Typo3 6.0 erscheint mit überholtem Kern

Weil parallel am neuen System Typo3 Neos entwickelt wurde, überspringt Typo3 eine Version und bringt Verbesserungen bei der Dateiverwaltung und einen komplett umgeschriebenen Kern mit.

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Typo3 ist in einer neuen Version erschienen, die einen Versionsschritt überspringt. Version 6.0 führt das bekannte und viel eingesetzte Content Management System weiter, während das parallel entwickelte Typo3 Neos ganz neu basierend auf den Erfahrungen mit Typo3 geschrieben wurde. Da Neos lange als Typo3 5.0 bezeichnet wurde, heißt die neue Version des Traditionszweigs nun Typo3 6.0.

Besonderheit der neuen Version ist der neue "File Abstraction Layer", mit dem es möglich sein soll, Dateien wie etwa Bilder einmal zu speichern – und dennoch in mehreren Posts zu referenzieren. Auch sind bereits Verbindungen zu Cloudspeicherdiensten wie WebDAV und Amazon S3 geschaffen, so dass das Ablegen der Dateien parallel zu Typo3 auf dem Webserver nicht mehr notwendig ist. Weitere Treiber, wie etwa für Dropbox, werden laut Typo3-Association-Sprecher Søren Schaffstein derzeit entwickelt.

Auch am Core des Systems haben die Entwickler viel gemacht, erläuterte Schaffstein. Neue Qualitätssicherungsrichtlinien seien eingeführt, damit werde jede Zeile neuer Code umfangreich getestet. "Der Typo3 Extension Manager wurde auf Basis von Extbase komplett neu entwickelt", sagte Schaffstein. PHP-Namespaces seien eingeführt und die Klassennamen konsequent umbenannt worden.

Mit Typo3 Neos und Flow hat Typo3 sein Repertoire erweitert. Flow ist ein PHP-Framework, Neos baut als CMS darauf auf. "Das heißt für Projekte, die eher Web-Applikationscharakter besitzen und von einer CMS-Komponente profitieren, ist Neos aktuell interessant", sagte Schaffstein. Die beiden CMS würden noch mindestens drei Jahre nebeneinander existieren. Neos werde noch eine Weile brauchen, bis es Typo3 ersetzen kann. Es werde aber an der Funktionalität gearbeitet. Und ob es das CMS dann ersetzen werde, sei noch nicht sicher. "Konkret gehen wir nicht davon aus, dass Typo3 CMS in den nächsten 3 Jahren durch Neos abgelöst wird. Wir erwarten eher, dass sich die Systeme gegenseitig ergänzen und befruchten", erklärte Søren Schaffstein. (rzl)