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UN-Arbeitsgruppe startet Umfrage zur Netz-Regierung

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Die UN-Arbeitsgruppe Internet Governance (UN Working Group on Internet Governance, WGIG) hat sich mit einem Fragebogen (PDF) an die Öffentlichkeit gewandt, um zu erfahren, was diese von der bestehenden Netzverwaltung hält. Die WGIG, von UN-Generalsekretär Kofi Annan nach dem ersten Weltgipfel der Informationsgesellschaft (World Summit of the Informations Society, WSIS) eingerichtet, muss im Juni ihren Bericht zur Zukunft der Netzverwaltung abschließen. Dieser soll dann den internationalen Regierungen bei einer möglichen Neuordnung der Netzverwaltung helfen.

Vier Kernfragen möchten die Mitglieder der 40-köpfigen WGIG gerne beantwortet haben: Bedarf es künftig auf internationaler Ebene eines Forums, auf dem das Thema Internet Governance breit diskutiert werden kann? Wie soll künftig die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers beaufsichtigt werden? Welche Möglichkeiten gibt es, die Koordination zwischen den Organisationen zu verbessern, die sich im weitesten Sinne mit der Verwaltung des Netzes beschäftigen? Und schließlich möchte man gerne wissen, wie Internetpolitik und Verwaltung auf nationaler Ebene im Sinne der WSIS-Prinzipien organisiert werden kann, so dass nicht nur Regierungen, sondern auch Öffentlichkeit und Privatwirtschaft beteiligt sind.

Auch wenn der Fragebogen angesichts des Zeitplans der WGIG etwas spät kommt, sei er keineswegs nur als Formalität gedacht, sagt die Berliner Sozialwissenschaftlerin Jeanette Hofmann. Hofmann, eine der Vorsitzenden des sogenannten Internet Governance Caucus internationaler Nichtregierungsorganisationen, der sich beim WSIS gebildet hat, ist überzeugt: "Die Ergebnisse können noch eine Wirkung auf den abschließenden Bericht haben." Denn innerhalb der WGIG gebe es durchaus Meinungsunterschiede zu den Kernfragen.

Die Nichtregierungsorganisationen ermutigten heute die Mitglieder ihrer Governance-Mailingliste, individuell auf den Fragebogen zu antworten und gleichzeitig an einer moderierten Debatte zu den vier Themenschwerpunkten auf der Governance-Liste teilzunehmen. Auch die WGIG selbst hat ein öffentliches Forum zum Fragebogen auf ihrer Website eingerichtet. (Monika Ermert) / (anw)