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UN-Internetbericht: Noch 4,2 Milliarden sind nicht online

Mehr als die Hälfte der Menschheit hat noch immer keinen Zugang zum Internet. Das ist einer der zentralen Punkte des neuen Jahresreports der Internationalen Fernmeldunion ITU. Deutschland steht in den meisten Kategorien relativ weit vorne.

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UN-Internetbericht: Noch 4,2 Milliarden sind nicht online

Mehr als die Hälfte der Menschheit hat noch immer keinen Zugang zum Internet. Dem jüngsten Weltreport der Fernmeldeunion der Vereinten Nationen ITU zufolge sind 3,2 Milliarden Menschen online – im Vorjahr waren es noch 2,9 Milliarden. Mehr als 4 Milliarden Menschen kommen demnach aber nicht ins Internet. Während in den reichsten Staaten der Welt bereits eine Sättigung eingetreten sei, habe sich die Ausbreitung in Afrika und Südasien verlangsamt. Dabei könne gerade der Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnik die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich beschleunigen, so die ITU.

Als eine große Hürde auf dem Weg der restlichen 4 Milliarden Menschen ins Internet hat die ITU den Umgang mit Sprachen ausgemacht. Von den mindestens 7000 Sprachen, die auf der Erde gesprochen werden, finde sich nur ein Bruchteil im Internet. Ein besonders positives Beispiel sei die Wikipedia. Die Online-Enzyklopädie umfasse dank der nutzer-generierten Inhalte inzwischen 290 Sprachen. Insgesamt seien laut der Unesco nur rund 300 Sprachen im Internet vertreten. Dabei spiele Sprache eine wesentliche Rolle bei der Schaffung von Identitäten und linguistische Vielfalt sei ein essentieller Teil des Erbes der Menschheit.

In Bezug auf die Verbreitung des Internets listet der Bericht für Deutschland gute Daten auf: In Bezug auf die Internetnutzung liegt die Bundesrepublik demnach nun auf Platz 19, einen Platz besser als beim Bericht zur Internetnutzung im Vorjahr. Insgesamt nutzten hierzulande 86,2 Prozent der Einwohner das Internet. Spitzenreiter in dieser Statistik ist Island (98,2 Prozent) vor Norwegen und Dänemark. Schlusslicht ist demnach Nordkorea mit 0,0 Prozent (zum Vergleich: Südkorea kommt hier auf 84,3 Prozent). Insgesamt werden 31 Staaten aufgelistet, in denen weniger als 10 Prozent der Bevölkerung ins Internet kommen.

Bei den Breitbandanschlüssen (für die ITU schon alle mit einer Datentransferrate von 256 kBit/s im Down- oder Upload) liegt Deutschland ebenfalls relativ weit vorne: Auf 100 Einwohner kommen der ITU zufolge hierzulande 35,6 schnelle Internetanschlüsse (wobei natürlich viele Anschlüsse von mehreren Einwohnern genutzt werden, etwa in gemeinsamen Haushalten). Spitzenreiter ist in diesem Vergleich Monaco (46,8) vor der Schweiz und Dänemark. Lediglich 79 von insgesamt 195 Staaten kommen auf einen zweistelligen Wert. In Bezug auf mobile Breitbandanschlüsse landet Deutschland dagegen nur auf Platz 41. Auf 100 Einwohner kommen demnach 63,6 solcher Mobilverträge. In Macao (China) stehen in dieser Statistik 322,2 (Anschlüsse pro 100 Einwohner) zu Buche. (mho)

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