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UNESCO empfiehlt freie Lehrmaterialien

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Die Broschüre "Richtlinien für freie Lehrmaterialien an Hochschulen" von UNESCO und COL

(Bild: www.col.org)

Die UNESCO, die UNO-Organisaton für Bildung, Wissenschaft und Kultur, und das Commonwealth of Learning (COL), die für Bildung zuständige Organisation des Commonwealth of Nations, haben Richtlinien für die Verwendung freier Lehrmaterialien an Hochschulen und Universitäten veröffentlicht. Das über 20 Seiten starke Papier Guidelines for Open Educational Resources (OER) in Higher Education (PDF-Datei) argumentiert, dass die Zahl der Studierenden von derzeit 165 Millionen bis 2025 auf über 260 Millionen Menschen anwachsen wird, ohne dass mit einer angemessenen Erhöhung der Ausgaben für Bildung zu rechnen sei.

Ein Ausweg aus der drohenden Misere sei die verstärkte Verwendung freier Lehrmaterialien (Open Educational Resources, OER), die entweder Public Domain oder unter einer Lizenz im Creative-Commons-Stil stehen, die eine Weiterverwendung erlauben. Derartige offene Lizenzen seien eine Lösung, um die Rechte von Autoren in einer Zeit zu schützen, in der Inhalte sehr leicht digitalisiert und kopiert werden könne – an die Stelle des "alle Rechte vorbehalten" beim klassischen Copyright trete hier ein rechtlicher Rahmen, der mehr Flexibilität erlaube. In Verbindung mit der modernen Kommunikations- und Computertechnik und sozialen Netzen böten offene Lizenzen die Möglichkeit, Lehrmaterial kollaborativ zu entwickeln und vorhandene Materialien an lokale Bedürfnisse anzupassen, ohne aufwendige Lizenzverhandlungen führen oder Arbeit doppelt tun zu müssen.

Regierungen werden aufgefordert, dafür zu sorgen, dass mit öffentlichen Mitteln erstellte Materialien unter einer offenen Lizenz bereitgestellt werden. Es sollten politische Bedingungen geschaffen werden, die die Erstellung und Nutzung von Open Educational Resources fördern und die Aufmerksamkeit für OER im Bildungssystem erhöhen. Universitäten, so das Papier, müssten Strategien entwickeln, um freies Lehrmaterial in die eigenen Angebote zu integrieren. Es seien Rahmenbedingungen für die Veröffentlichung selbst entwickelter OER nötig, und die Hochschulen müssten für den Computerzugang von Lehrenden und Studierenden sowie für Verfahren zum Bereiststellen von und zum Zugriff auf OER sorgen.

Lehrende an Universitäten sind aufgefordert, sich mit dem Thema Open Educational Resources auseinanderzusetzen, selbst entwickeltes Lehrmaterial zu veröffentlichen und bestehende OER anzupassen. Dabei sei die Vernetzung zwischen Lehrenden und die Einbeziehung der Studierenden hilfreich. Außerdem sei es wichtig, über freie Lehrmaterialien zu publizieren. Studierende könnten eigene Arbeiten als OER bereitstellen, über soziale Netze zur Qualitätssicherung beitragen und sich an der Entwicklung von freien Lehrmaterialien beteiligen. Auch die Gremien zur Qualitätssicherung von Lehrmaterial fordert das Papier auf, sich in Sachen OER zu engagieren. Der Anhang schließlich listet Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten auf, die für die effektive Nutzung freier Lehrmaterialien an Universitäten und Hochschulen nützlich sind. (odi)