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US-Anwaltskanzlei bereitet Sammelklage gegen Seagate vor

Eine Seagate-Festplatte aus der Barracuda-Serie mit 3 TByte Speicherkapazität soll nach Angaben eines Anwalts häufiger ausfallen, als von Seagate versprochen; das soll auch zu Datenverlusten geführt haben.

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Zwei Jahre nach dem Kauf einer externen 3-TByte-Festplatte von Seagate fiel das Laufwerk aus, berichtet The Register, wodurch ihr Besitzer einige Dokumente und Fotos verlor. Ein von Seagate im Rahmen der Garantie geliefertes Ersatzlaufwerk soll nach weiteren zehn Monaten ebenfalls ausgefallen sein.

Der Anwalt des Klägers sagt nun, dass diese Ausfälle US-amerikanische Verbraucherrechte verletzen. Er ist daher auf der Suche nach weiteren Nutzern der gleichen Festplatte, um eine Sammelklage gegen Seagate vorzubereiten. Dabei geht es nicht nur um die externe 3-TByte-(USB-)Festplatte mit der Bezeichnung Backup Plus, sondern auch um die interne (SATA-)Version des Laufwerks, die Barracuda 3TB heißt. Diese Laufwerke mit der Seagate-Bezeichnung ST3000DM001 sind bereits seit mehr als drei Jahren im Handel.

Die Festplatte kommt bei Vergleichen des Cloud-Dienstleisters Backblaze nicht gut weg: 43 Prozent aller Platten dieses Typs fallen demnach pro Jahr aus. Auf die Ausfallwahrscheinlichkeit einer einzelnen Desktop- oder USB-Festplatte lassen sich die Ergebnisse von Backblaze jedoch nicht herunterbrechen. Die Festplatten laufen bei Backblaze im Dauerbetrieb: Das Unternehmen kauft die günstigsten am Markt verfügbaren Festplatten ein, nicht etwa teurere, die für den Dauerbetrieb in einem Rechenzentrum freigegeben sind.

Der Dauerbetrieb im Backblaze-Rechenzentrum passt nicht zur Seagate-Spezifikation der ST3000DM001: Dort werden höchstens 2400 Betriebsstunden jährlich empfohlen sowie maximal 55 TByte Übertragungsleistung pro Jahr, was Seagate vermutlich für Desktop-Festplatten typisch hält.

Das Berliner Unternehmen Stellar Datenrettung wollte auf unsere Anfrage eine besondere Ausfallhäufung der Barracuda nicht bestätigen. Zwar seien durchaus viele Barracuda-Laufwerke unter den von Stellar untersuchten Festplatten, aber das müsse man auch im Verhältnis zu den Verkaufszahlen sehen -- und die kenne man nicht. Eine Empfehlung für die Festplatten eines bestimmten Herstellers oder gar für eine bestimmte Festplatte könne das Unternehmen nicht geben. Auch mit den besten Festplatten sei man ohne Backup nicht vor Datenverlust gewappnet. (ll)