US-Armee: Infanteristen bekommen Mini-Drohnen zur Aufklärung

Kleine Drohnen sollen Fußsoldaten künftig bei der Aufklärung im Feldeinsatz helfen. Die US-Armee will die Geräte in Afghanistan erproben.

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(Bild: Flir)

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Die US-Armee wird erstmals Infanterie-Einheiten in Gruppenstärke mit kleinen Aufklärungsdrohnen ausstatten. Die weniger als 33 Gramm leichten und knapp 17 Zentimeter langen Fluggeräte namens "Black Hornet“ sollen kommenden Monat in Afghanistan im Feld ausprobiert werden, wie die US-Soldatenzeitung Stars and Stripes berichtet. Soldaten können so etwa die Position von Gegnern auskundschaften, ohne sich selber in Gefahr bringen zu müssen.

Der in den USA beheimatete Hersteller Flir verspricht, dass die Kamera-Drohnen sich praktisch lautlos bewegen und dabei eine Flugzeit von bis zu 25 Minuten erreichen. Sie sollen sich bis auf zwei Kilometer funkfernsteuern lassen und über diese Distanz hinweg verschlüsselt Live-Videos, HD-Einzelbilder und Infrarot-Aufnahmen übertragen können. Auch Flugmodi ohne steuernden Menschen seien möglich. Dabei erreichten diese Hosentaschen-Helikopter Geschwindigkeiten bis zu 21.5 km/h. Das in Standardausführung 1,3 Kilogramm schwere Gesamtset umfasst laut Broschüre die Basisstation, einen Controller, ein Display in Tabletgröße sowie zwei der Black Hornets. Soldaten sollen es problemlos an ihrem Utensiliengürtel mitführen können.

(Quelle: FLIR Government & Defense)

Die Drohnen ließen sich in weniger als einer Minute flugbereit machen, erklärte ein Sprecher des Herstellers gegenüber Stars and Stripes. Die Nutzung sei zudem schnell erlernbar und erfordere nur geringen Trainingsaufwand.

Die US-Armee testet die Black Hornets seit 2016. Beobachter erwarten laut dem Bericht, dass die Minidrohnen bald zur Standardausrüstung der US-Armee gehören. Dafür spricht jedenfalls ein 40 Millionen US-Dollar schwerer Liefervertrag, den Flir Anfang des Jahres bereits abschließen konnten. Ebenfalls konnte der Anbieter dieses Jahr eine Vereinbarung mit der britischen Armee über Black-Hornet-Lieferungen im Wert von 1,8 Millionen US-Dollar treffen sowie eine mit dem französischen Militär über fast 90 Millionen US-Dollar. (axk)