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US-Behörde bekämpft "Wohlstands-Seminare" für Amazon-Verkäufer

Ein "Amazon Wealth System", mit dem Amazon-Verkäufer rasch wohlhabend werden sollten, hat wohl nur die Anbieter reich gemacht. Vorübergehend: Die US-Handelsaufsicht hat die Vermögen der Anbieter einfrieren lassen.

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Fesche Dame mit Laptop am Strand

Ein Werbesujet für das "Amazing Wealth System"-Coaching der "AWS Academy"

(Bild: Gerichtsakt)

In die "Geheimnisse des Geldverdienens auf Amazon" sollten Kursteilnehmer in Nordamerika eingeweiht werden. Tausende US-Dollar Gewinn pro Monat wurden ihnen in Aussicht gestellt, wenn sie mit dem "Erfolgssystem" als Drittanbieter auf Amazon.com Waren feilböten. Ein kurzes Einführungsseminar war gratis, danach wurde es mit knapp 1.000 bis über 35.000 US-Dollar teuer. Nun hat die US-Handelsaufsicht FTC die Betreiber verklagt und eine Einstweilige Verfügung erwirkt.

Drei Männer und deren sechs Firmen müssen sich vor dem US-Bundesbezirksgericht Nevadas verantworten. Die FTC (Federal Trade Commission) wirft ihnen unter anderem "unfaire oder irreführende" Geschäfte, Falschdarstellungen sowie irreführende Auslassung wesentlicher Informationen vor. Die Seminarteilnehmer hätten die in Aussicht gestellten Profite selten bis nie erreicht.

Beispiel einer Werbung für die "AWS"-Seminare

(Bild: Gerichtsakt)

Die Angeklagten haben seit spätestens 2014 Marken wie AWS, Amazon Wealth System, Amazing Wealth System, FBA, Insider Online Secrets und Online Auction Learning Center verwendet. Auf ihren Broschüren prangten bisweilen Amazon-Logos, obwohl die Firma Amazon nichts damit zu tun hatte.

Zum "Erfolgssystem" gehörten unter anderem Kontakte zu Großhändlern von Waren mit angeblich enormen Gewinnspannen sowie Online-Schulungen. Dabei wurden Tricks gelehrt, die aber gegen die Amazon-Nutzungsbestimmungen verstoßen, darunter gefälschte Kundenbewertungen sowie das Anlegen mehrerer paralleler Verkäuferkonten. Wenig überraschend wurden mehrere "AWS"-Schüler dann auch von Amazon verwarnt, manche sogar verbannt.

Die Behörde begehrt die Rückerstattung der Kursgebühren und die Abschöpfung ungerechtfertigter Bereicherung. Das Gericht hat eine umfangreiche Einstweilige Verfügung erlassen, die den Beklagten untersagt, unbewiesene Gewinnversprechen zu machen oder neue Firmen zu eröffnen. Zudem wurden alle Konten und Vermögenswerte eingefroren.

Das Verfahren ist am US District Court Nevada unter Az. 2:18-cv-00442 anhängig und heißt Federal Trade Commission v. AWS, LLC, et al. Die erste Verhandlung ist für 18. April anberaumt.

(ds)