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US-Behörden greifen bei Auktionsbetrug hart durch

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Staats- und Bundesorgane der USA haben die Verhaftung vermeintlicher Auktionsbetrüger angekündigt, meldet das Wall Street Journal. Die US-Handelsaufsicht (FTC) und mehr als ein Dutzend Staatsanwälte wollen rigoros gegen die immer häufiger auftretenden Fälle von Auktionsbetrug bei Plattformen wie eBay vorgehen. Mehr als 48.000 Fälle -- ein Verdreifachung zum Vorjahr 2001 -- wurden im vergangenen Jahr an die zuständigen Behörden übergeben. Die Hälfte davon betrafen Betrügereien bei Online-Auktionen.

Es sollen vor allem Klagen wegen gefälschter Treuhanddienste und Identitätsdiebstahl angestrengt werden. Die Masche der Betrüger beim Identitätsdiebstahl ist immer die gleiche: Typischerweise senden sie einem ahnungslosen eBay-Kunden eine E-Mail, die von eBay selbst zu kommen scheint. Darin schreiben sie, dass die Integrität der Benutzerdaten vorübergehend kompromittiert wurde und der Benutzer die Daten bitte erneut auf einer gesonderten Webseite eingeben solle. Wenn der Benutzer darauf hereinfällt und seine persönlichen Daten inklusive Passwort dort eintippt, sind sie fortan im Besitz des Betrügers. Dieser kann sich nun als der legitime Benutzer ausgeben. In den meisten Fällen bietet er dann über die Online-Auktion teure Waren wie Fernsehgeräte an. Die Bezahlung solle per Vorkasse erfolgen. Ist das Geld schließlich eingetroffen, macht sich der Betrüger aus dem Staub. Auch zur Fälschung des Treuhanddienstes muss der Betrüger eigene Webseiten bereitstellen. Auf diesen imitiert er den Treuhanddienst und kann die getätigten Überweisungen bequem auf ein eigenes Konto umleiten. Ist genug Geld zusammengekommen -- man spricht in einigen Fällen von mehreren Zehntausend US-Dollar --, verschwindet der Betrüger.

Bei eBay kooperiert man mit den Behörden, nicht zuletzt wohl, weil eBay als größtes Online-Auktionshaus unter den meisten Attacken zu leiden hat. Man spreche mittlerweile täglich mit Beamten vom FBI. Außerdem werden Programme entwickelt, mit denen man Betrügereien durch die statistische Auswertung von Transaktionen auf die Schliche kommen kann. Die Programme hätten sich in Tests bereits gut bewährt, bis zum Praxiseinsatz würde aber noch eine Weile vergehen. Mit Hilfe dieser Software wolle man Beschwerden seitens der Benutzer zuvorkommen.

Aber man will nicht nur reagieren, sondern auch vorbeugen. Das Bewusstsein der Verbraucher für die Gefahren bei Online-Auktionen solle geweckt werden. Die von der FTC betreute Aktion heißt "Bidder Beware". (ola)