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US-Bitcoin-Konferenz stoppt Annahme von Bitcoins

Mit hohen Gebühren und langsamen Transaktionen macht der Bitcoin derzeit keine gute Figur als Zahlungsmittel. Sogar eine Bitcoin-Konferenz muss Probleme bei der Annahme des Kryptogelds eingestehen.

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US-Bitcoin-Konferenz stoppt Annahme von Bitcoins

Keynote Events

Viele Kritiker ziehen die Tauglichkeit des Bitcoins als Zahlungsmittel in Zweifel. Wie um der Kritik recht zu geben, haben die Veranstalter der US-Bitcoin-Konferenz TNABC für ihre letzten Tickets die Zahlungsoption Bitcoin gestrichen. Wegen des verstopften Netzwerks und der aufwändigen händischen Abwicklung im Ticketsystem sei die Akzeptanz des Kryptogelds für die noch bis zum 13. Januar erhältlichen Tickets nicht mehr möglich, heißt es auf der Bestellseite. Generell nur bis zu 14 Tage vor Veranstaltungsbeginn könne man die Kryptogeldannahme garantieren.

Moe Levin, Chef der Veranstalterfirma Keynote Events, erklärte gegenüber der Seite news.Bitcoin.com, dass man derzeit daran arbeite, Bitcoin Cash oder eine andere Kryptowährung mit geringeren Transaktionsgebühren ins Ticketverkaufssystem zu integrieren. Die Transaktionsgebühren beim Bitcoin seien derzeit auch einfach zu hoch.

Das Bitcoinnetzwerk hat schon seit langem mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen, das Backlog an unbestätigten Zahlungen schwillt immer mal auf große Ausmaße an. Damit Transaktionen überhaupt ihren Weg in einen der Blöcke der Bitcoin-Blockchain finden, müssen Nutzer den Minern schon seit längerem hohe Gebühren als Anreiz bieten. Grundlage der Gebühr ist die Größe einer Transaktion, Bitinfocharts.com zählt derzeit einen Medianwert von rund 16,50 US-Dollar (rund 13,80 Euro) für eine Zahlung. Zum Vergleich: Für Ethereum, die Nummer zwei unter den Kryptowährungen, sind es 3 US-Dollar, beim Bitcoin-Fork Bitcoin Cash 0,03 US-Dollar.

Anfang Dezember hatte die Spieleplattform Steam erklärt, künftig keine Bitcoins mehr anzunehmen. Die Gebühren seien teurer als manche Spiele, monierte Betreiber Valve. Außerdem dauerten die Transaktionen teilweise so lange, dass der Bitcoinwert währenddessen schwanke und es zu Fehlbeträgen komme.

Segregated Witness, das auch als Entlastung gedachte Update des Bitcoin-Netzwerks, hat bislang offenbar keinen großen Effekt auf die Verstopfungsprobleme. Und das sogenannte Lightning Network, eine Art zusätzlicher Netzwerkschicht, die Bezahlkanäle rund um das Bitcoin-Netzwerk ermöglichen soll, scheint eher noch Zukunftsmusik zu sein. (axk)

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